Die Macht des Verbrauchers

20. September 2014

Food Inc. FilmplakatEin Dokumentarfilm hat mein Denken vor einigen Jahren verändert. Es geht hierbei um den Dokumentarfilm Food Inc. aus dem Jahre 2008, welcher die Monopolisierung der Lebensmittelindustrie aufzeigt, die letztlich bestimmt, was vom Verbraucher verzehrt wird. Anhand zahlreicher Beispiele wird belegt, dass die Produktion von billigem Fleisch in Massentierhaltung zu erhöhten Gesundheitsrisiken führt, da die Futtermittel aus genveränderten, mit Antibiotika versetzten Bestandteilen bestehen. Rinder werden nicht mehr auf der Weide gehalten, sondern stehen zu Tausenden auf blankem, fäkalienverseuchtem Boden in riesigen Arealen und werden ausschließlich mit billigem Genmais gefüttert.  Sehr ernüchternd ist auch, dass in den USA generell sehr viele Nahrungsmittel mit genveränderten Inhaltsstoffen produziert werden. Es ist kaum möglich auszusprechen, was man empfindet, wenn man die 90 Minuten Film angeschaut hat. Große Nahrungsmittelkonzerne beherrschen in den USA den Markt und bestimmen die Art der Produktion, die vor allem vom Profit und nicht von der Absicht geprägt ist, dem Verbraucher tatsächlich gute und gesunde Lebensmittel anzubieten. Kleine Farmer, die noch mit eigenem Saatgut arbeiten, werden von Monsanto, einem global arbeitenden Saatgutkonzern, der auf alle von ihm gentechnisch veränderten Saatmittel Patentrechte geltend macht, unter Druck gesetzt und mit Prozessen überzogen.

Nun, die im Film dargestellten Verhältnisse mögen zwar so noch nicht in Deutschland herrschen; jedoch steht das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen EU und den USA auf dem Plan, welches es wohl ermöglichen wird, das die in Rede stehenden Nahrungsmittel oder Bestandteile derselben aus den USA importiert werden dürfen und somit auf den EU-Markt schwappen werden.

In diesem Zusammenhang wäre die Frage zu stellen: Was kommt bei dir zu Hause auf den Tisch? Es ist auch in der EU keineswegs so, dass alles, was da in den Supermärkten angeboten wird, gesund ist und unserem Körper gut tut. Sicher ist dies vielen Verbrauchern sogar bekannt. Jedoch bestimmen immer noch die Preise die Nachfrage, so dass billige Produkte zwar oft nicht gut für unsere Gesundheit, jedoch vermeintlich gut für unseren Geldbeutel sind. Viele Verbraucher sind sich nicht darüber bewusst, dass sie durch ihr Kaufverhalten bestimmen, was in den Supermärkten angeboten wird. Wenn alle Verbraucher Nahrungsmittel ablehnen würden, die mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen produziert wurden, oder wenn eine diesbezügliche Kennzeichnung fehlt, nur Produkte kaufen, auf deren Etikett garantiert wird, dass solche Bestandteile im Produkt nicht vorkommen, dann würde die Lebensmittelindustrie reagieren müssen. Jedoch müsste vorher über die Risiken der Nahrungsmittel aufgeklärt werden, welche mit fragwürdigen Methoden produziert wurden. Der Film Food Inc. gibt einen Ausblick, was da aus den USA auf uns zurollen könnte, wenn es nicht schon in Teilen bereits geschehen ist. Aufklärung tut also Not! Bitte richtet euer Verhalten daher nicht nach der Werbung. Informiert euch, was in dem beworbenen Produkt drin steckt. Obst, Gemüse und Fleisch kann man noch beim Bauern um die Ecke kaufen. Es müssen keine Äpfel aus Chile sein! Fragt euch einmal, weshalb ein Jogurt bestimmter Anbieter ohne Kühlung mehrere Wochen hält? Auf fast allen Produkten werden kostenlose Hotlines bzw. Internetseiten abgedruckt, die den Verbraucher auffordern, Fragen zu stellen. Nutzt diese Möglichkeit, fragt nach! Stellt unbequeme Fragen nach Art, Herkunft und Qualität der Inhaltsstoffe! Wenn ihr keine befriedenden Antworten bekommt, meidet das Produkt! DER VERBRAUCHER IST EINE MACHT!

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Von Schafen und Verbrauchern

5. März 2011

Heute erhielt ich per Kettenmail von einer Freundin einen Aufruf, wegen der eklatant steigenden Benzinpreise in der nächsten Zeit die Tankstellenketten von Shell und Total zu meiden, damit wieder etwas Wettbewerbsdruck in den Markt käme. Wie ich feststellte, ist der Aufruf nicht neu. Er hat jedoch einen gewissen Charme, da sich die Verbraucherherde aus treublökenden Konsumentenschafen in Deutschland doch mehr und mehr zu einer Rotte störrischer Maultiere mausert (erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Ablehnung der Impfstoffkampagne zur Schweinegrippe im Jahre 2009). Die wollen doch einfach nicht mehr „fressen“, was man ihnen vorwirft. Aktuell zeigt sich das am E10 Kraftstoff, welcher zum Ladenhüter mutierte. Die Verbraucherschafe kauften das Zeug einfach nicht! Nun scheint das Projekt erst mal auf Eis gelegt. Das es nicht funktionierte, mag an der katastrophalen Informationsstrategie von Mineralöl- und Automobilkonzernen gelegen haben; das Produkt „Bioethanol in Kraftstoffen“ ist aber ein Stück weit ausgemachter ökologischer Blödsinn wie der Spiegel unter Berufung auf die kürzlich geäußerte öffentliche Kritik des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) schreibt. Die Argumente des BUND scheinen stichhaltig. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass die durch die 10% ige verordnete Beimengung des Bioethanol zum Einen eine durch die künstliche Nachfrage erzeugte Förderung von Monokulturen wie Weizen, Mais, Zuckerrüben sowie Zuckerrohr verursacht wird. Zum Anderen durch Preistreiberei die Pachtzinsen für landwirtschaftliche Flächen zu einer weiteren Verdrängung der klassischen landwirtschaftlichen Betriebe (weltweit) führen dürfte. Ökologische Sinnhaftigkeit? Fragezeichen!  Dieser Hintergrund mag den meisten Autofahrern unbekannt oder schnurz sein;  jedoch waren  Preis (vor allem über den höheren Verbrauch) und Verträglichkeitsverwirrung ausschlaggebend, dass E10 gemieden wurde, wie die Pest. Nun sind ja die Spritpreise allgemein auf sehr hohem Niveau. Eine „Ursache“ ist ja auch schon ausgemacht, denn in Libyen herrscht Bürgerkrieg (oder im Orient hat ein Scheich gehustet). Das ist ein Grund genug um Spekulationen anzuschieben und am Rohölmarkt mal kräftig an der Preisschraube zu drehen. Libyen hatte zwar laut FAZ im Februar 2011 nur einen Anteil von 8 % an der deutschen Ölversorgung, die Preissteigerungen liegen aber weit über diesem Prozentsatz. Aber was solls, es braucht nur einen Anlass und man kann den Verbraucherschafen jede Geschichte verkaufen; Hauptsache, es klimpert im Geldbeutel. In diese Zeit passt der oben erwähnte Boykottaufruf. Rein theoretisch könnte es tatsächlich klappen, wenn alle Verbraucher sich zu denkenden Wesen wandeln würden und einfach mal ein paar mächtige Mineralölmultis links liegen lassen würden. Einen bitteren Beigeschmack hat das Ganze. Die Tankstellenpächter, welche am Gängelband der Multis hängen, können wohl am wenigsten für die ihnen aufdiktierten Preise. Sie wären allerdings bei einem punktgenauen Boykott die ersten Leidtragenden. Schlussendlich bleibt die Diskussion um Spritpreise eine oberflächliche und temporäre Zeiterscheinung, welche unser langfristig zu betrachtendes Energiedebakel (wenn die Ölquellen versiegen) nicht zu klären vermag. Betrachtet man gewisse Technologien, welche in der Vergangenheit bereits erfolgreich getestet worden waren, erscheinen die heutigen Auseinandersetzungen um die weltweiten Ölreserven wie ein Kampf um ein Fass Wasser, welcher von Leuten ausgetragen wird, die bis zur Hüfte in einem Süßwassersee stehen, ohne es zu merken. Man kann sich Gewiss sein, dass diejenigen, welche die Schäfer mimen und uns Verbraucherschafe auf ihrer Konsumweide „lenken und leiten“ sehr wohl um diese alternativen Technologien wissen. Was es mit diesen Technologien auf sich hat, werde ich in einem meiner nächsten Artikel darlegen.

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