Zu viel Wasser

23. Januar 2011

Die letzten Tage waren für mich doch etwas ausgefüllter. Als Verantwortlicher der Wasserwehr für einen Abschnitt an der Elbe mit einer Länge von etwas über 20 km war die Organisation der Deichwachen und der Bereitstellung von Sandsäcken für den Ernstfall wegen des Hochwassers von höchster Wichtigkeit. Wie es die Aufgabe erforderte, verbrachte ich jeden Tag auf den Deichen und konnte mir wieder einmal die Gewalt der Natur betrachten. Das Wasser, welches steigt und die Deiche langsam hinaufklettert, bis es irgendwann stehen bleibt, flößt mir doch immer wieder gewaltigen Respekt ein. Das Element Wasser hat eine sehr beharrliche Eigenschaft; es sucht sich in jedem Falle seinen Weg. Was wir Menschen zu kanalisieren und umzuleiten versuchen, gelingt nicht immer. Gott sei Dank hat das Wasser an der Elbe im Bereich Magdeburg noch mit den breiten Elbauen einen großen Ausweitungsbereich. Die Menschen leben in den Orten hinter den Deichen in relativer Sicherheit und Überflutungen sind nicht an der Tagesordnung. Dies sieht ja an Rhein und Mosel etwas anders aus. Die flussnahe Bebauung und die Staustufen an der Mosel haben dazu geführt, dass dort bestimmte Ortslagen regelmäßig geflutet werden. Wir Menschen sollten der Natur mit Demut begegnen und uns bei vielen Entscheidungen, welche zugunsten dieser „modernen“ Welt gefällt werden, fragen, ob wir uns damit nicht wieder ein Stück selbst strangulieren. Die Wetterextreme nehmen zu: Starke Trockenheit in manchen Jahreszeiten, Stürme und Tornados, dann wieder extrem viel Wasser. Wer jetzt noch immer sagt, das alles sei normal, der hat nichts begriffen.