Der Weg zum bewussten Traum

10. November 2006

Der Klartraum ist, wie bereits in vorangegangen Blogeinträgen erläutert, eine Möglichkeit, sein eigenes Bewusstsein mit einer Intension zu erweitern, wie man es nie vermuten würde. Die erste große Hürde, um diese Erfahrung zu machen, ist die, dass man im Traum unbedingt wieder die Oberhand über die eigene Bewusstseinssteuerung erlangen muss. Man muss merken, dass man träumt, damit man den Sprung in die andere Ebene des Traumes schaffen kann. Eine Grundvorraussetzung hierfür ist es, dass man sich eine gewisse kritische Alltagshaltung aneignet. Es fällt mir schwer, zu erklären, wie man das verstehen soll, ich versuche es hier aber zu vermitteln. Alle diejenigen, welche schon mal einen Klartraum hatten, können leichter nachvollziehen, worauf es ankommt.

Ich will da mal mit einem Fallbeispiel einsteigen:
Stell dir mal vor, du bist in New York auf dem Times Square und schaust dich um. Überall grell schreiende Werbung, wobei du natürlich registrierst, dass alles auf dich in Englisch einwirkt. Das könnte in etwa so aussehen (Bitte auf das Thumnail klicken):

Es ist also alles völlig normal und du würdest im Traum nicht darandenken, dass du vielleicht gerade mitten im Träumen bist und deine Wahrnehmungen nur Traumhandlungen sind. Plötzlich bemerkst du aber, dass bei deinen Wahrnehmungen etwas nicht stimmt.

Bei unserem Time Square Beispiel tauchen in der wahrgenommenen Werbung plötzlich deutsche Wörter oder gar Sätze auf. Das könnte in etwa so wirken (Bitte auf das Thumnail klicken):

Es wird dir plötzlich bewusst, dass hier etwas nicht stimmt und dir wird klar, dass du träumst. Der Traum selbst weist dich auf den Umstand hin, dass du nicht wach bist, sondern träumst. Entweder du merkst diesen Wink mit dem Zaunpfahl oder dein Bewusstsein verarscht dich ungehemmt weiter.

Genau an diesem Punkt musst du im Alltagsleben deine innere Einstellung finden. Blicke daher im Wachzustand immer kritisch auf deine Wahrnehmungen und versuche dir mal vorzustellen, wie es wäre, wenn mal eine Situation eintritt, welche so gar nicht eintreten kann, weil dies deiner eigenen Erfahrung gar nicht möglich ist.

Wenn man also diese kritische Haltung im Wachzustand bewusst aufbaut wird man bald den Weg zum bewussten Traum finden.


Träume ich?

4. November 2006

luciddream240x180Im Anschluss an meinen Blogeintrag Klartraum – Die Freude am Träumen hatte ich angekündigt, zu erklären, wie man einen Klartraum herbeiführen kann. Ich möchte diesbezüglich eingangs gleich betonen, dass die Sache völlig ungefährlich ist, aber Geduld und Stehvermögen erfordert. Ein Erfolg wird sich nicht unbedingt sofort, morgen oder übermorgen einstellen; wenn man aber geduldig ist, wird man Erfolg haben. Was man man dann während des Träumens erlebt, stellt alle Vorstellungen von Tag- und Traumerleben in den Schatten. Man wird hinterher sagen können, dass man nicht geglaubt hat, dass so etwas möglich sei.

Wie aber führe ich nun einen Klartraum herbei. Die Lösung ist ganz einfach und ergibt sich schon aus der Überschrift dieses Blogeintrages. Die Frage „Träume ich?“ ist der Schlüssel zum Klartraum. Wie bereits erläutert, lässt sich das Bewusstsein des Schlafenden in die Irre führen. Der Schlafende träumt, kann aber seinen Traum nicht steuern. Er weiß im Schlaf einfach nicht, dass es ein Traum ist. Käme der Träumende während des Traumes zur Erkenntnis, dass es ein Traum ist, d.h. würde er sich darüber bewusst, dass er träumt, könnte er sofort das Heft des Handelns in die Hand nehmen und seinen Traum fortan steuern. Er könnte sich frei bewegen (Hindernisse wie im Wachzustand gibt es nicht) er könnte tun und lassen was er will. Und das Ganze bei vollem Bewusstsein, dass dies alles zwar ein Traum aber doch verblüffend echt ist.

Für die Herbeiführung des Bewusstwerdens im Traum ist es nötig, dass ich im Wachzustand eine kritische Haltung zur Realität der Wahrnehmungen des eigenen Bewusstseins aufbaue, welche vom Unterbewusstsein im Traum reflektiert wird. Das funktioniert in etwa so wie wenn ich im Wachzustand einen Wecker stelle, damit mich dieser durch sein Klingeln zu einer bestimmten Zeit aufwachen lässt. Der Unterschied zum Wecker – und damit auch die Schwierigkeit – liegt darin, dass ich eben durch meine Suggestion nicht erreichen sollte, dass ich aus dem Traum aufwache, sondern, dass ich im Traum(geschehen) merke, dass ich träume ohne hierdurch aufzuwachen. Ich erreiche dies, in dem ich im Wachzustand mir immer wieder eine kritische Haltung zur Realität verinnerliche und mir die Frage stelle: „Träume ich? Bin ich wach?“ Zugegeben, dies ist sehr schwierig, denn wenn man wach ist, dann ist man ja wach. Wie sollte man sich da vorstellen, dass man vielleicht nicht wach ist. Man muss hier aber eisern bei der Sache bleiben und sich mal vorstellen, dass das was man gerade erlebt, auch ein Traum sein könnte. Gut geholfen hat hierbei auch die Methode, dass man sich intensiv vorstellt, dass man Dinge macht, welche im Wachzustand normalerweise nicht möglich sind. Man stelle sich also beispielsweise vor, dass man den Kopf durch ein geschlossenes Fenster steckt, ohne es zu öffnen. Wenn man diese kritische Haltung in seinem Unterbewusstsein zementiert, wird man sie in das Traumgeschehen übetragen können und ziemlich bald einen Klartraum haben. Weitere Hinweise und umfassende Beschreibungen findet man bei Paul Tholey, einem deutschsprachigen Klartraumpionier.

Weitere Erläuterungen meinerseits, folgen in weiteren Blogeinträgen.

 


Klartraum – Die Freude am Träumen

1. November 2006

KlartraumWer schon mal ein Erlebnis der „dritten Art“ während des Schlafens hatte, weiß wovon ich jetzt schreibe. Es funktioniert völlig ohne Drogen und hat einen weit höhern Aha-Effekt als alles jemals zuvor Erlebte. Viele werden schon mal unbewusst ein solches Erlebnis gehabt haben. Ich spreche vom sog. Klartraum, auch luzider Traum genannt. Wann hat man so einen Traum? Für gewöhnlich schläft man und verliert während des Schlafens die Kontrolle über seine Gedanken. Entweder träumt man gar nichts (man nimmt nichts wahr) oder was man träumt kann man nicht beeinflussen. Der Traum macht mit einem, was er will. Man kann das Traumgeschehen im normalen Traum nicht steuern, denn man hat nicht wahrgenommen, dass man träumt. Der Traum ist auch nicht sehr intensiv, denn die farblichen Wahrnehmungen sind nur eingeschränkt; der Fokus des Wahrnehmens ist ein wenig verschwommen. Man kann sich an solche „normalen“ Träume meist nur schlecht erinnern. Schnell gerät so ein Traum in Vergessenheit. Bei einem Klartraum sieht es ganz anders aus. Im Traum, also während des „normalen“ Träumens erkennt der Schlafende, dass er träumt und mit dieser Erkenntnis verändert sich sofort die Wahrnahme im Traum. Es ist ein höchst verblüffender Effekt, welcher mit Worten nur schlecht zu beschreiben ist. Der eigene Fokus wird scharf, die Farben der Traumumgebung sind plötzlich leuchtend und facettenreich, es ist besser als 3-D-Kino, denn es ist eine Wahrnahme als wenn man wach wäre. Ich hatte bei dem Klartraumforscher Paul Tholey gelesen, wie man diesen Zustand erreichen könnte. Nachfolgend will ich diesbezüglich meinen ersten bewusst herbeigeführten Klartraum schildern:

In meinem Traum befand ich mich in einem Buchladen. Ich schaute auf große Bildbände, die in schön anzuschauende Schutzumschläge eingefasst waren und in einem Regal standen. Beim Betrachten der Bildbände erfasste ich die Titel, an welche ich mich allerdings nicht erinnern kann. Ich nahm einzelne Bücher aus dem Regal und blätterte darin. In der hintersten Ecke der Buchhandlung sah ich eine offenstehende Tür, die meine Neugierde weckte. Dort angekommen schritt ich hindurch und betrat einen Nebenraum. Dort standen eine Klappleiter und allerlei Utensilien herum, die man für eine Renovierung benötigt (Tapetenrollen, Farbeimer, Kleister, Pinsel usw.). Oh, dachte ich. Wieso bin ich hier? Da ich mir im Wachzustand immer wieder die Frage gestellt hatte, ob ich träume oder wache, stellte ich sie mir auch in diesem Moment. Ich blickte mich im Raum um und stellte erstaunt fest, dass unter der Leiter eine Dose mit gelber Farbe in der Luft schwebte und sich um eine imaginäre Achse drehte. Ich dachte: So etwas gibt es im Wachzustand nicht! Kaum dass ich diese Erkenntnis gezogen hatte, wurde der Traum klar. Plötzlich konnte ich alle Einzelheiten scharf erkennen, ich roch die Farbe und sah die Feuchtigkeit an den Stellen der Wände, die frisch gestrichen waren. Begeistert dachte ich: Tholeys Methode ist einfach toll, das ging ja schnell! Ich freute mich wie ein Schneekönig. Um diese unglaubliche Klarheit zu begreifen, kniete ich auf den Fußboden und ertastete die alten, unrenovierten, mit weinroten Farbresten versehenen, Holzdielen, deren Maserung ich so deutlich wahrnahm, dass ich es nicht fassen konnte. Diese Traumrealität war faszinierend. Schön! Du bist klar!, dachte ich. Ich schaute mich um. Der Raum hatte ein Fenster. Tholey empfiehlt, etwas zu tun, was mir die Garantie gibt, in einem Klartraum zu sein. Also ging ich zum Fenster und überlegte, meinen Kopf durch das Glas zu stecken. Gedacht und getan. Vollkommen irre! Das Glas schloss sich so um meinen Körper, als ob man einen Körperteil durch eine straff gespannte Folie steckt, ohne einen Widerstand zu spüren. Wahnsinn, mein Kopf ist draußen und mein übriger Körper noch drin! Die Temperatur außerhalb war kühler, als im Raum. Ich beschloss, den Raum vollständig zu verlassen und sprang. Ich dachte in diesem Moment: Passieren kann Dir ja nichts! Und richtig; kam ich doch mit einer gekonnten Drehung außerhalb des Gebäudes auf den Füßen zu stehen. Die Umgebung musternd erfasste ich den mir bekannten alten Plattenweg, der zur Bahnhofstraße in Burg führt. In einer der Plattenfugen funkelte etwas. Ich beschloss, dem Funkeln nachzugehen. Bei näherer Betrachtung stellte sich das Funkeln als eine kleine, leuchtende Glühbirne, die in einer Kunstblume eingefasst war, heraus. Tholey sagt: Nur nicht zu sehr fixieren, sonst fliegst du aus dem Traum. Also entschied ich, mich weiter umzusehen. Toll! Wunderbar! Alles ist so real! Die Straßen, die Häuserzeilen, die Türme in der Ferne und die Bäume. Das alles wollte ich auch von oben betrachten und so beschloss ich, mich mit den Füßen vom Erdboden abzustoßen. Mit einer Art Schwimmbewegung schaffte ich es, einige Meter in die Höhe zu steigen. Dann war leider Schluss und ich wachte auf.

Man kann diese Art des Träumens erlernen, worüber ich in meinem nächsten Blogeintrag berichten werde.