Der Weg zur AKE

19. März 2009

oobe250x219Vor einiger Zeit hatte ich mit meinem Artikel „Der Test für die Unsterblichkeit“ erläutert, dass man durch eine so genannte außerkörperliche Erfahrung (AKE) selbst erleben kann, dass das Bewusstsein nicht an den Körper gebunden ist. Ich hatte angekündigt, zu erklären, wie man eine außerkörperliche Erfahrung bewusst herbeiführen kann. Vorwegzunehmen ist, dass dieses Experiment eine Menge Selbstbeherrschung und Geduld erfordert. Wer schon einmal eine außerkörperliche Erfahrung – hier möchte ich von den außerkörperlichen Zuständen während eines Nahtoderlebnisses abgrenzen – gemacht hat, weiß dass dies ein völlig faszinierendes Erlebnis ist. Die Methode ist sehr schön in Robert Peterson’s Buch „Praxis der außerkörperlichen Erfahrung“ erläutert. Ich fasse diese umfangreiche Erläuterung hier zusammen.

Wie führe ich eine außerkörperliche Erfahrung herbei?

Physische Vorbereitung

Robert Peterson empfiehlt als beste Zeit für eine außerkörperliche Erfahrung den Morgen, nachdem man allein (ohne Wecker) wach geworden ist. Da man in der Woche regelmäßig nicht genug Zeit hat, da man ja arbeiten geht, empfiehlt es sich, die Samstage oder Sonntage zu nutzen. Dem Körper ist vor der AKE viel Ruhe zu gönnen. Der Trick besteht darin, dass der Körper auf der einen Seite ausreichend müde sein muss um in einen entspannten Zustand zu kommen, auf der anderen Seite aber nicht zu müde um nicht wieder einzuschlafen. Vor einer AKE sollte man also ausreichend geschlafen haben. Zu Beginn der Übung, nachdem man aufgewacht ist, sollte man zunächst herausfinden, wie müde man noch ist. Wenn man noch müde ist, dann räkelt man sich am besten ein wenig im Bett oder schüttelt den Schlaf ab. Faustregel: Der Körper sollte gut ausgeruht und entspannt und der Geist munter sein. Man vermeide im Übrigen alle akustischen, visuellen oder körperlichen „Störfaktoren“ (Empfehlungen z.B. Handy und Telefon ausschalten, Fenster schließen, Blase entleeren).

1. Schritt: Entspannung

Ein vollkommen entspannter Körper ist für die Herbeiführung einer AKE sehr wichtig. Wenn man nicht entspannt ist, dann ist das eigene Bewusstsein zu sehr auf den Körper fixiert. Wie entspannt man den Körper?

Man entspannt den Körper Glied für Glied und arbeitet sich dabei von den Füßen zum Kopf hoch. Wenn man keine spezielle Entspannungstechnik beherrscht, empfiehlt Robert Peterson, jeden Muskel systematisch anzuspannen bis sich in ihm eine leichte Ermüdung einstellt um dann abrupt loszulassen. Dies soll man gegebenenfalls wiederholen. Wichtig ist, dass man um so entspannter ist, je weniger man seinen Körper „spürt“. Anschließend soll das Gesicht vollkommen entspannt werden. Eine Möglichkeit dazu funktioniert so, dass man mit geschlossenen Augen tiefer und tiefer in die Schwärze starrt, wobei man sehr langsam die Augenbrauen anspannen und die Augäpfel leicht nach oben rollen muss. Dies so lange bis die Augenbrauenmuskeln sehr müde werden. Dann soll die Anspannung gelockert werden und die Gesichtsmuskeln etwa 15 Sekunden entspannt werden. Das sollte etwa sechs bis sieben Mal wiederholt werden.

2. Schritt: Den Geist ruhig stellen und sammeln

Robert Peterson nennt fünf Schlüsselfaktoren um den Geist erfolgreich auf das Induzieren einer AKE auszurichten: geistige Verfassung, Realismus, Bewegung, Empfänglichkeit und Passivität.

a) Geistige Verfassung

Wenn man versucht, seinen Körper zu verlassen, ist die geistige Verfassung sehr wichtig. Sie sollte so sein, dass man ein stiller, vollkommen passiver und zielgerichteter Beobachter ist. In diesem Zustand geht der Geist nicht auf Wanderschaft, was sehr wichtig ist um Bilder längere Zeit zu visualisieren.

b) Realismus

Man sollte lernen, den eigenen Fokus auf den Bereich außerhalb des Körpers zu richten und zwar so intensiv, dass alles real wird. Man soll den Geist zu einem einzigen Bewusstseinsfaden bündeln.

c) Bewegung

Hiermit ist die Schwingungsbewegung gemeint, die man im eigenen Körper spürt. Man soll sich vorstellen, dass der eigene Körper sanft und gleichmäßig vor und zurück oder von links nach rechts schwingt. Dieses Pendelgefühl sollte man sich so lebhaft wie möglich vorstellen.

d) Aufnahmebereitschaft

Ein empfänglicher Geisteszustand ist wichtig, um die Schwingungen hervorzurufen oder zu induzieren.

e) Passivität

Je passiver man ist, um so leichter ist es einen AKE-Zustand zu erreichen. Man sollte, so verlockend das Verlangen auch ist, sich genau auf die Abläufe zu fokussieren, versuchen, zu einer Haltung zu gelangen, in der es einem völlig gleichgültig ist, was passieren wird.

Man muss unbedingt den Teil des Bewusstseins ausschalten, der ein Eigeninteresse am Geschehen hat. Man verlangsame den Gedankenstrom und versetze sich in einen passiven und empfänglichen Geisteszustand und reinige seinen Geist von allen Gedanken.

3. Schritt: An der Schwelle des Bewusstseins umherschweifen

Diesen Schritt kann man ganz kurz damit umreißen, dass man die Grenze zwischen Wachen und Schlafen erforschen soll. Es ist ein ganz bestimmter Grenzzustand, den es zu erreichen gilt. Dazu lässt man zunächst zu, dass man einschläft, sich dann aber wieder „fängt“ indem man sich selbst wieder weckt. Danach lässt man sich wieder in den Schlaf fallen und zwar ein wenig näher als vorher um sich anschließend wieder zu wecken. Das muss man mehrere Male tun, bis der Körper tief entspannt und der Geist in der oben beschriebenen „passiven“ Verfassung ist.

4. Schritt: Ein Objekt visualisieren

Dann visualisiere man einen kleinen Gegenstand, wie einen kleinen Würfel, der sich knapp zwei Meter vor bzw. über dem Gesicht befindet. Man visualisiere ihn so deutlich wie man es kann. Man soll erst fortsetzen man den visualisierten Gegenstand klar vor dem geistigen Auge sehen kann.

5. Schritt: Das Objekt ein wenig schaukeln lassen

Dann beginne man damit, das Objekt auf und ab zu bewegen, so dass es einem ein wenig näher zu kommen scheint und sich dann wieder in seine ursprüngliche Position zurückbewegt. Man visualisiere zunächst nur eine kaum nennenswerte Bewegung. Man halte jedoch das Objekt ständig in Schwung und lässt seine Bewegung nicht zum Stillstand kommen.

6. Schritt: Man steigere die Schaukelbewegung

Man vergrößert danach allmählich die Strecke, die das Objekt bei seinem Schwingen zurücklegt. Man lasse Objekt weiterhin auf sich zu- und dann wieder zurückschwingen, wobei es jedes Mal ein wenig näher kommt. Man achte darauf, dass die Visualisierung eine gewisse Perspektive und Tiefe hat. Jedes Mal, wenn das Objekt näher kommt, sollte es größer aussehen und jedes Mal wenn es vom Körper wegpendelt, sollte es kleiner wirken.

7. Schritt: Man schwinge gegenläufig zum Objekt

Man versuche, ein Gefühl aufzubringen, als würde man selbst in die dem Objekt entgegengesetzte Richtung wegpendeln. Man stelle sich vor, dass das Objekt eine starke Anziehungskraft ausübe, die das eigene Schwingen beeinflusst. Wenn das Objekt sich auf dich zubewegt, wirst du von ihm angezogen. Sobald es sich von dir entfernt, schwingst du in deine Ausgangsposition innerhalb deines Körpers zurück.

8. Schritt: Man „ergreife“ das Objekt und lasse sich von ihm herausziehen

Wenn das Objekt sehr lebhaft geworden ist und auf dich zuschwingt, „greife“ mit deinem Geist danach. Sobald das Objekt von dir wegpendelt, wird dein Bewusstsein ihm folgen und von deinem Körper abgezogen werden. An diesem Punkt ist man aus seinem Körper heraus. Man kann dann den reglosen Geisteszustand „loslassen“ und sein Bewusstsein ausdehnen. Man wird sich hellwach und munter fühlen. Nun steht es einem frei, die nichtphysische Welt zu erforschen.

Robert Peterson weist darauf hin, dass viel Zeit, Übung und Geduld nötig sind, um zu lernen, den Körper zu verlassen. Man soll keine Ergebnisse über Nacht erwarten. Wenn man allerdings die Schwelle überschritten hat, dann öffnet sich das Tor zu einer faszinierenden Erweiterung des Bewusstseins, welches man nie wieder schließen wird.

Praxis der außerkörperlichen Erfahrung – Originalseite von Robert Peterson

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Löffelverbiegen? Kein Problem!

16. Januar 2008

Die Uri Geller Show auf Pro7 rückte das Mysterium des Löffelverbiegens wieder einmal in den Fokus der Aufmerksamkeit. Viele sagen, es sei ein Trick … Scharlatanerie … Betrug …. wie auch immer. Ich bin ein durchaus kritischer Mensch, urteile aber erst, wenn ich mir selbst ein Bild gemacht habe. So wollte ich das mit dem Löffel(ver)biegen mal selbst ausprobieren. Ich suchte im Internet nach einer Anleitung zum Löffel(ver)biegen und fand sie hier. Zugegeben … die Beschreibung klingt für den Leser teilweise ziemlich „exotisch“. Mit dem Visualisieren muss man auch etwas üben. Aber was soll ich sagen: Nachdem ich mir das einige Male verinnerlicht hatte, was man sich so vorstellen soll, wenn man den Löffel zwischen den Spitzen von Daumen und Zeigefinger nach der oben erwähnten Anleitung hält, schafft man es tatsächlich. Mein Teelöffel bekam eine schöne Schlaufenbiegung, welche ich nur mit meinen Fingern hinbekam. Der harte Chromstahl war formbar geworden. Da ich so verblüfft war, habe ich noch einige andere Besteckteile verbogen. Das Ergebnis sieht man nachfolgend. Übrigends, ein einfaches Rückbiegen ist nicht mehr möglich, das Metall ist an der Biegestelle so hart wie vorher. Also … jeder mag es selbst ausprobieren, wobei man tatsächlich Besteckteile aus hartem 18/10 Chromstahl nehmen sollte um einen glaubwürdigen Effekt zu erzielen. Ob man aus dieser Sache nun irgendwelche mystischen Schlussfolgerungen ziehen kann, muss jeder für sich selbst bewerten. Wie heißt es so schön: „Probieren geht über studieren!“


Der Weg zum bewussten Traum

10. November 2006

Der Klartraum ist, wie bereits in vorangegangen Blogeinträgen erläutert, eine Möglichkeit, sein eigenes Bewusstsein mit einer Intension zu erweitern, wie man es nie vermuten würde. Die erste große Hürde, um diese Erfahrung zu machen, ist die, dass man im Traum unbedingt wieder die Oberhand über die eigene Bewusstseinssteuerung erlangen muss. Man muss merken, dass man träumt, damit man den Sprung in die andere Ebene des Traumes schaffen kann. Eine Grundvorraussetzung hierfür ist es, dass man sich eine gewisse kritische Alltagshaltung aneignet. Es fällt mir schwer, zu erklären, wie man das verstehen soll, ich versuche es hier aber zu vermitteln. Alle diejenigen, welche schon mal einen Klartraum hatten, können leichter nachvollziehen, worauf es ankommt.

Ich will da mal mit einem Fallbeispiel einsteigen:
Stell dir mal vor, du bist in New York auf dem Times Square und schaust dich um. Überall grell schreiende Werbung, wobei du natürlich registrierst, dass alles auf dich in Englisch einwirkt. Das könnte in etwa so aussehen (Bitte auf das Thumnail klicken):

Es ist also alles völlig normal und du würdest im Traum nicht darandenken, dass du vielleicht gerade mitten im Träumen bist und deine Wahrnehmungen nur Traumhandlungen sind. Plötzlich bemerkst du aber, dass bei deinen Wahrnehmungen etwas nicht stimmt.

Bei unserem Time Square Beispiel tauchen in der wahrgenommenen Werbung plötzlich deutsche Wörter oder gar Sätze auf. Das könnte in etwa so wirken (Bitte auf das Thumnail klicken):

Es wird dir plötzlich bewusst, dass hier etwas nicht stimmt und dir wird klar, dass du träumst. Der Traum selbst weist dich auf den Umstand hin, dass du nicht wach bist, sondern träumst. Entweder du merkst diesen Wink mit dem Zaunpfahl oder dein Bewusstsein verarscht dich ungehemmt weiter.

Genau an diesem Punkt musst du im Alltagsleben deine innere Einstellung finden. Blicke daher im Wachzustand immer kritisch auf deine Wahrnehmungen und versuche dir mal vorzustellen, wie es wäre, wenn mal eine Situation eintritt, welche so gar nicht eintreten kann, weil dies deiner eigenen Erfahrung gar nicht möglich ist.

Wenn man also diese kritische Haltung im Wachzustand bewusst aufbaut wird man bald den Weg zum bewussten Traum finden.


Träume ich?

4. November 2006

luciddream240x180Im Anschluss an meinen Blogeintrag Klartraum – Die Freude am Träumen hatte ich angekündigt, zu erklären, wie man einen Klartraum herbeiführen kann. Ich möchte diesbezüglich eingangs gleich betonen, dass die Sache völlig ungefährlich ist, aber Geduld und Stehvermögen erfordert. Ein Erfolg wird sich nicht unbedingt sofort, morgen oder übermorgen einstellen; wenn man aber geduldig ist, wird man Erfolg haben. Was man man dann während des Träumens erlebt, stellt alle Vorstellungen von Tag- und Traumerleben in den Schatten. Man wird hinterher sagen können, dass man nicht geglaubt hat, dass so etwas möglich sei.

Wie aber führe ich nun einen Klartraum herbei. Die Lösung ist ganz einfach und ergibt sich schon aus der Überschrift dieses Blogeintrages. Die Frage „Träume ich?“ ist der Schlüssel zum Klartraum. Wie bereits erläutert, lässt sich das Bewusstsein des Schlafenden in die Irre führen. Der Schlafende träumt, kann aber seinen Traum nicht steuern. Er weiß im Schlaf einfach nicht, dass es ein Traum ist. Käme der Träumende während des Traumes zur Erkenntnis, dass es ein Traum ist, d.h. würde er sich darüber bewusst, dass er träumt, könnte er sofort das Heft des Handelns in die Hand nehmen und seinen Traum fortan steuern. Er könnte sich frei bewegen (Hindernisse wie im Wachzustand gibt es nicht) er könnte tun und lassen was er will. Und das Ganze bei vollem Bewusstsein, dass dies alles zwar ein Traum aber doch verblüffend echt ist.

Für die Herbeiführung des Bewusstwerdens im Traum ist es nötig, dass ich im Wachzustand eine kritische Haltung zur Realität der Wahrnehmungen des eigenen Bewusstseins aufbaue, welche vom Unterbewusstsein im Traum reflektiert wird. Das funktioniert in etwa so wie wenn ich im Wachzustand einen Wecker stelle, damit mich dieser durch sein Klingeln zu einer bestimmten Zeit aufwachen lässt. Der Unterschied zum Wecker – und damit auch die Schwierigkeit – liegt darin, dass ich eben durch meine Suggestion nicht erreichen sollte, dass ich aus dem Traum aufwache, sondern, dass ich im Traum(geschehen) merke, dass ich träume ohne hierdurch aufzuwachen. Ich erreiche dies, in dem ich im Wachzustand mir immer wieder eine kritische Haltung zur Realität verinnerliche und mir die Frage stelle: „Träume ich? Bin ich wach?“ Zugegeben, dies ist sehr schwierig, denn wenn man wach ist, dann ist man ja wach. Wie sollte man sich da vorstellen, dass man vielleicht nicht wach ist. Man muss hier aber eisern bei der Sache bleiben und sich mal vorstellen, dass das was man gerade erlebt, auch ein Traum sein könnte. Gut geholfen hat hierbei auch die Methode, dass man sich intensiv vorstellt, dass man Dinge macht, welche im Wachzustand normalerweise nicht möglich sind. Man stelle sich also beispielsweise vor, dass man den Kopf durch ein geschlossenes Fenster steckt, ohne es zu öffnen. Wenn man diese kritische Haltung in seinem Unterbewusstsein zementiert, wird man sie in das Traumgeschehen übetragen können und ziemlich bald einen Klartraum haben. Weitere Hinweise und umfassende Beschreibungen findet man bei Paul Tholey, einem deutschsprachigen Klartraumpionier.

Weitere Erläuterungen meinerseits, folgen in weiteren Blogeinträgen.

 


Klartraum – Die Freude am Träumen

1. November 2006

KlartraumWer schon mal ein Erlebnis der „dritten Art“ während des Schlafens hatte, weiß wovon ich jetzt schreibe. Es funktioniert völlig ohne Drogen und hat einen weit höhern Aha-Effekt als alles jemals zuvor Erlebte. Viele werden schon mal unbewusst ein solches Erlebnis gehabt haben. Ich spreche vom sog. Klartraum, auch luzider Traum genannt. Wann hat man so einen Traum? Für gewöhnlich schläft man und verliert während des Schlafens die Kontrolle über seine Gedanken. Entweder träumt man gar nichts (man nimmt nichts wahr) oder was man träumt kann man nicht beeinflussen. Der Traum macht mit einem, was er will. Man kann das Traumgeschehen im normalen Traum nicht steuern, denn man hat nicht wahrgenommen, dass man träumt. Der Traum ist auch nicht sehr intensiv, denn die farblichen Wahrnehmungen sind nur eingeschränkt; der Fokus des Wahrnehmens ist ein wenig verschwommen. Man kann sich an solche „normalen“ Träume meist nur schlecht erinnern. Schnell gerät so ein Traum in Vergessenheit. Bei einem Klartraum sieht es ganz anders aus. Im Traum, also während des „normalen“ Träumens erkennt der Schlafende, dass er träumt und mit dieser Erkenntnis verändert sich sofort die Wahrnahme im Traum. Es ist ein höchst verblüffender Effekt, welcher mit Worten nur schlecht zu beschreiben ist. Der eigene Fokus wird scharf, die Farben der Traumumgebung sind plötzlich leuchtend und facettenreich, es ist besser als 3-D-Kino, denn es ist eine Wahrnahme als wenn man wach wäre. Ich hatte bei dem Klartraumforscher Paul Tholey gelesen, wie man diesen Zustand erreichen könnte. Nachfolgend will ich diesbezüglich meinen ersten bewusst herbeigeführten Klartraum schildern:

In meinem Traum befand ich mich in einem Buchladen. Ich schaute auf große Bildbände, die in schön anzuschauende Schutzumschläge eingefasst waren und in einem Regal standen. Beim Betrachten der Bildbände erfasste ich die Titel, an welche ich mich allerdings nicht erinnern kann. Ich nahm einzelne Bücher aus dem Regal und blätterte darin. In der hintersten Ecke der Buchhandlung sah ich eine offenstehende Tür, die meine Neugierde weckte. Dort angekommen schritt ich hindurch und betrat einen Nebenraum. Dort standen eine Klappleiter und allerlei Utensilien herum, die man für eine Renovierung benötigt (Tapetenrollen, Farbeimer, Kleister, Pinsel usw.). Oh, dachte ich. Wieso bin ich hier? Da ich mir im Wachzustand immer wieder die Frage gestellt hatte, ob ich träume oder wache, stellte ich sie mir auch in diesem Moment. Ich blickte mich im Raum um und stellte erstaunt fest, dass unter der Leiter eine Dose mit gelber Farbe in der Luft schwebte und sich um eine imaginäre Achse drehte. Ich dachte: So etwas gibt es im Wachzustand nicht! Kaum dass ich diese Erkenntnis gezogen hatte, wurde der Traum klar. Plötzlich konnte ich alle Einzelheiten scharf erkennen, ich roch die Farbe und sah die Feuchtigkeit an den Stellen der Wände, die frisch gestrichen waren. Begeistert dachte ich: Tholeys Methode ist einfach toll, das ging ja schnell! Ich freute mich wie ein Schneekönig. Um diese unglaubliche Klarheit zu begreifen, kniete ich auf den Fußboden und ertastete die alten, unrenovierten, mit weinroten Farbresten versehenen, Holzdielen, deren Maserung ich so deutlich wahrnahm, dass ich es nicht fassen konnte. Diese Traumrealität war faszinierend. Schön! Du bist klar!, dachte ich. Ich schaute mich um. Der Raum hatte ein Fenster. Tholey empfiehlt, etwas zu tun, was mir die Garantie gibt, in einem Klartraum zu sein. Also ging ich zum Fenster und überlegte, meinen Kopf durch das Glas zu stecken. Gedacht und getan. Vollkommen irre! Das Glas schloss sich so um meinen Körper, als ob man einen Körperteil durch eine straff gespannte Folie steckt, ohne einen Widerstand zu spüren. Wahnsinn, mein Kopf ist draußen und mein übriger Körper noch drin! Die Temperatur außerhalb war kühler, als im Raum. Ich beschloss, den Raum vollständig zu verlassen und sprang. Ich dachte in diesem Moment: Passieren kann Dir ja nichts! Und richtig; kam ich doch mit einer gekonnten Drehung außerhalb des Gebäudes auf den Füßen zu stehen. Die Umgebung musternd erfasste ich den mir bekannten alten Plattenweg, der zur Bahnhofstraße in Burg führt. In einer der Plattenfugen funkelte etwas. Ich beschloss, dem Funkeln nachzugehen. Bei näherer Betrachtung stellte sich das Funkeln als eine kleine, leuchtende Glühbirne, die in einer Kunstblume eingefasst war, heraus. Tholey sagt: Nur nicht zu sehr fixieren, sonst fliegst du aus dem Traum. Also entschied ich, mich weiter umzusehen. Toll! Wunderbar! Alles ist so real! Die Straßen, die Häuserzeilen, die Türme in der Ferne und die Bäume. Das alles wollte ich auch von oben betrachten und so beschloss ich, mich mit den Füßen vom Erdboden abzustoßen. Mit einer Art Schwimmbewegung schaffte ich es, einige Meter in die Höhe zu steigen. Dann war leider Schluss und ich wachte auf.

Man kann diese Art des Träumens erlernen, worüber ich in meinem nächsten Blogeintrag berichten werde.