Pinnwand 2018

PinnwandDieses Jahr 2018 war ereignisreich. Und so präsentiere ich an Hand von Collagen in Posterform (siehe unten nach Text) eine bunte Auswahl an Bild und Prosa, passend zu einzelnen Themen in DE, die uns dieses Jahr über Presse, Funk und Fernsehen erreichten und uns beschäftigten. Im Januar waren die Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Großen Koalition zwischen SPD und Union in aller Munde, wo die SPD für ein wenig Macht ihre Ab-morgen-kriegen-die-in-die-Fresse-Strategie aufgab und nebenbei von den Sondierern die Flüchtlingskrise für beendet erklärt wurde. Im Februar dann sowohl SPD-Mitgliederabstimmung als auch CDU-Parteitag zum Koalitionsvertrag stattfanden und dem Werk zustimmten (wobei man bei der CDU einfach mal vergaß die Stimmenthaltungen abzufragen), derweil große Teile der SPD als auch konservative Teile der CDU die GroKo ablehnten. Im März die öffentliche Diskussion zu Dieselfahrverboten und Grenzwerten in Innenstädten richtig in Fahrt kam, wobei der brave deutsche Autokäufer -und fahrer auch mit jungen Dieseln plötzlich auf bestimmten Fahrstecken ausgeschlossen bleibt und damit der Depp der Nation ist. Im April die CDU Brandenburg plötzlich einen Tabubruch begeht und für die Zeit nach der nächsten Landtagswahl 2019 eine Koalition mit den Linken nicht mehr ausschließt, was einmal mehr belegt, dass die Sozialdemokratisierung der CDU unter Mutti Merkel weiter vorangeschritten ist, was mich dazu animierte, dass berühmte SED Abzeichen etwas umzugestalten. Im Mai in den Medien weiterhin die Frage hochkochte, ob eine bestimmte Religion zu Deutschland gehöre oder nicht. Hinsichtlich der Beantwortung dieser Frage halte ich mich bedeckt und stelle lieber stattdessen fest, dass Wackeldackel auf jeden Fall zu Deutschland gehören. Im Juni sich immer mehr herauskristallisierte, dass der Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hinsichtlich der Flüchtlingspolitik sehr nahe beeinander sind und bisweilen schon mal zusammen die Raute zeigen, während der Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im Anbetracht der anstehenden Landtagswahl in Bayern den Opportunisten mimen muss. Die Linken im Juli mit einem geschmacklosen Plakat gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer schießen und damit auch gleichzeitig das Glashaus, in welchem sie als Nachfolgepartei der SED sitzen, kräftig malträtieren. Im August mein Fokus auf die fast täglichen Messerstechereien gerichtet war, über welche die Medien berichteten und mich dazu brachte ein etwas provokatives Plakat zu entwerfen (ich hatte ein Google Alert mit dem Suchwort „Messerstecherei“ gesetzt und war dann erschrocken, wieviele Meldungen dann in meinem Postfach eingingen). Im September die Causa Maaßen hochkochte, was die GroKo beinahe zum platzen brachte, weil der Verfassungsschutzchef der offiziellen Variante der Bundesregierung zu den „Hetzjagden“ auf Migranten in Chemnitz widersprach. Das alles animierte mich dazu, die Ereignisse in Reimform für die Ewigkeit festzuhalten. Im Oktober war der überraschend neu gewählte Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag Ralph Brinkhaus in aller Munde, der sich unerwartet Ende September bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden der Unionsfraktion gegen den Merkeljünger und Mehrheitenbeschaffer Volker Kauder durchgesetzt hatte. Manche sahen darin bereits eine Palastrevolution in der Union. Brinkhaus selbst beeilte sich zu betonen, dass zwischen ihn und Merkel kein Blatt Papier passen würde, was mich dazu brachte eine Collage mit meiner Sicht dieser Aussage zu kreieren. Der November gehörte der Diskussion zum UN-Migrationspakt, der laut Kanzlerin Merkel unverbindlich verbindlich ist, was natürlich Quatsch ist, aber ihrem Naturell als Physikerin entspricht, jedoch arge Wissenslücken hinsichtlich juristischer Wirkungen von Verträgen offenbart.
Da das öffentliche Misstrauen bezüglich eines Heimlich-Still-und-Leise-Vertrages geweckt worden war und wie Pech an der Bundesregierung haftete, schickten sich die Parteien der Großen Koalition Ende November flugs an, einen Entschließungsantrag in den Bundestag einzubringen, mit welchem klargestellt werden soll, dass der Migrationspakt keinerlei Einfluss auf die nationale Souveränität Deutschlands haben darf und wird. Dieser wurde so dann von der Mehrheit der MdB angenommen, was uns alle sehr beruhigen sollte, weil nun ja nichts mehr passieren kann. So konnte die Bundeskanzlerin dem M-Pakt am 10.12.2018 unterschriftlich zustimmen und wir müssen uns nicht mehr fürchten, da der Vertrag (=Pakt [vertragliche] Vereinbarung, Übereinkunft) ja vom Bundestag das Schleifchen „unverbindlich“ bekommen hat. Allerdings sehe ich das als Jurist etwas kritischer und ein Panzer mit einem Schleifchen wirkt zwar gefälliger ist deshalb aber nicht weniger eindringlich, wenn es darum geht, die als symbolische Mauer stehende nationale Souveränität einzureißen. Mein Gedicht zum November und meine Collage zum Dezember spiegeln meine Bedenken in satirischer Form wieder. Wie sich zwischenzeitlich zeigt, ist die Aussage der Bundeskanzlerin, der M-Pakt sei für Deutschland unverbindlich, ein Fake und ist der Entschließungsbeschluss des Bundestages zur „Unverbindlichkeit“ nur Makulatur, da der UNO-Sprecher auf einer Pressekonferenz in Marrakesch offiziell mitteilte, dass der Pakt rechtlich bindend sei.

„Due to the legally binding nature of the document it’s for the participating states to implement the GCM at the national level.
Wegen der rechtlich bindenden Natur des Paktes ist es jetzt an den Mitgliedsstaaten, den GCM auf nationaler Ebene umzusetzen.“

Rechtlicher Hinweis:
Bei allen Abbildungen handelt es sich um selbständige Werke im Sinne von § 24 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz der BRD. Die Verwendung wird ohne Nennung meiner Urheberschaft gestattet.

Januar „Sondierung“

Februar„GROKO? NEIN DANKE!“

März „Dieselverbote NEIN DANKE!“

April „SEUD“

Mai „Wackeldackel gehören zu Deutschland“

Juni „#Raute Einigkeit!“

Juli „Demagogie“ August „Deutschland einig Messerland“
September „Der Zeckenschiss“ Oktober „Das Brinkhauspapier“
November„Der Michel hat nichts zu melden.“ Dezember „Gefahr gebannt!“
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