Von Schafen und Verbrauchern

Heute erhielt ich per Kettenmail von einer Freundin einen Aufruf, wegen der eklatant steigenden Benzinpreise in der nächsten Zeit die Tankstellenketten von Shell und Total zu meiden, damit wieder etwas Wettbewerbsdruck in den Markt käme. Wie ich feststellte, ist der Aufruf nicht neu. Er hat jedoch einen gewissen Charme, da sich die Verbraucherherde aus treublökenden Konsumentenschafen in Deutschland doch mehr und mehr zu einer Rotte störrischer Maultiere mausert (erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Ablehnung der Impfstoffkampagne zur Schweinegrippe im Jahre 2009). Die wollen doch einfach nicht mehr „fressen“, was man ihnen vorwirft. Aktuell zeigt sich das am E10 Kraftstoff, welcher zum Ladenhüter mutierte. Die Verbraucherschafe kauften das Zeug einfach nicht! Nun scheint das Projekt erst mal auf Eis gelegt. Das es nicht funktionierte, mag an der katastrophalen Informationsstrategie von Mineralöl- und Automobilkonzernen gelegen haben; das Produkt „Bioethanol in Kraftstoffen“ ist aber ein Stück weit ausgemachter ökologischer Blödsinn wie der Spiegel unter Berufung auf die kürzlich geäußerte öffentliche Kritik des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) schreibt. Die Argumente des BUND scheinen stichhaltig. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass die durch die 10% ige verordnete Beimengung des Bioethanol zum Einen eine durch die künstliche Nachfrage erzeugte Förderung von Monokulturen wie Weizen, Mais, Zuckerrüben sowie Zuckerrohr verursacht wird. Zum Anderen durch Preistreiberei die Pachtzinsen für landwirtschaftliche Flächen zu einer weiteren Verdrängung der klassischen landwirtschaftlichen Betriebe (weltweit) führen dürfte. Ökologische Sinnhaftigkeit? Fragezeichen!  Dieser Hintergrund mag den meisten Autofahrern unbekannt oder schnurz sein;  jedoch waren  Preis (vor allem über den höheren Verbrauch) und Verträglichkeitsverwirrung ausschlaggebend, dass E10 gemieden wurde, wie die Pest. Nun sind ja die Spritpreise allgemein auf sehr hohem Niveau. Eine „Ursache“ ist ja auch schon ausgemacht, denn in Libyen herrscht Bürgerkrieg (oder im Orient hat ein Scheich gehustet). Das ist ein Grund genug um Spekulationen anzuschieben und am Rohölmarkt mal kräftig an der Preisschraube zu drehen. Libyen hatte zwar laut FAZ im Februar 2011 nur einen Anteil von 8 % an der deutschen Ölversorgung, die Preissteigerungen liegen aber weit über diesem Prozentsatz. Aber was solls, es braucht nur einen Anlass und man kann den Verbraucherschafen jede Geschichte verkaufen; Hauptsache, es klimpert im Geldbeutel. In diese Zeit passt der oben erwähnte Boykottaufruf. Rein theoretisch könnte es tatsächlich klappen, wenn alle Verbraucher sich zu denkenden Wesen wandeln würden und einfach mal ein paar mächtige Mineralölmultis links liegen lassen würden. Einen bitteren Beigeschmack hat das Ganze. Die Tankstellenpächter, welche am Gängelband der Multis hängen, können wohl am wenigsten für die ihnen aufdiktierten Preise. Sie wären allerdings bei einem punktgenauen Boykott die ersten Leidtragenden. Schlussendlich bleibt die Diskussion um Spritpreise eine oberflächliche und temporäre Zeiterscheinung, welche unser langfristig zu betrachtendes Energiedebakel (wenn die Ölquellen versiegen) nicht zu klären vermag. Betrachtet man gewisse Technologien, welche in der Vergangenheit bereits erfolgreich getestet worden waren, erscheinen die heutigen Auseinandersetzungen um die weltweiten Ölreserven wie ein Kampf um ein Fass Wasser, welcher von Leuten ausgetragen wird, die bis zur Hüfte in einem Süßwassersee stehen, ohne es zu merken. Man kann sich Gewiss sein, dass diejenigen, welche die Schäfer mimen und uns Verbraucherschafe auf ihrer Konsumweide „lenken und leiten“ sehr wohl um diese alternativen Technologien wissen. Was es mit diesen Technologien auf sich hat, werde ich in einem meiner nächsten Artikel darlegen.

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