Kleine Fotografen mit dem Blick für „große“ Motive

Kinder wollen kreativ sein! Kinder wollen verstehen, wie etwas funktioniert! In der Regel trifft diese Aussage zu … aber in der heutigen Zeit der Computer, Spielekonsolen und Gameboys wird sie immer mehr zur Ausnahme. Manche Kids verbringen viele Stunden vor dem großen oder kleinen Bildschirm ohne nach links und rechts zu schauen. Die Kreativität und der Wissensdurst geht dabei verloren, weil die Kinder in den festen Bahnen des Spieles denken. Wenn hier durch die Eltern kein Einfluss genommen wird, kann sich solch ein Verhaltensmuster zu einer Sucht entwickeln, welche das Denkvermögen des Kindes einschränkt. Ich will dies nicht weiter vertiefen, schneide dieses Thema aber an, weil ich unlängst mit einem Projekt Bekanntschaft machen durfte, welches mich beeindruckt hat und welches einer Denkverarmung bei den Kids entgegenwirkt. Das Projekt heißt „mini-paparazzi“. Es ist ein Fotoprojekt für Kinder der Grundschule „J. H. Pestalozzi“ in Burg/Sachsen-Anhalt. Das Projekt ist Inhalt des Angebots „Projektorientiertes Arbeiten“, welches im Rahmen des schulischen Unterrichts stattfindet. Wie mir die Projektleiterin erläuterte, beschäftigen sich die teilnehmenden Kinder mit dem Ursprung der Fotografie, der Lochbildkamera, weiter über die Belichtung bis hin zur Bildentwicklung. Die Kinder lernen den Umgang mit der Kamera, den Blick für das Wesentliche und somit Dinge themenbezogen darzustellen. Hierbei wird auf die gute alte Fotografie mittels Filmbelichtung zurückgegriffen, denn dies war der Ursprung der Fotografie. Man mag wegen der heute vorzugsweise benutzten modernen Digitalkameras meinen, dass dies ein Schritt zurück sei; dies ist es jedoch nicht, wenn man das Herangehen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Das Fotografieren mittels Fotofilmbelichtung ermöglicht es den Kindern, mit einer selbstgebauten Lochbildkamera und auch mit anderen alten Fotoapparaten das Prinzip des Fotografierens zu verstehen. Was würde es einem Kind an Wissen bringen, wenn man ihm eine moderne Digitalkamera in die Hand drückt alles quasi vollautomatisch abläuft. Die Kinder würden wohl kaum erfahren, dass es beim Fotografieren auf bestimmte Belichtungszeiten – und Belichtungswerte je nach Motivlage ankommt, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Echte Handarbeit, welche zu eigenen Fotos führt, motiviert die Kinder zum Weitermachen, auch über die Zeitdauer des Projektes hinaus. Bemerkenswert finde ich auch das große Ziel des Projektes, nämlich die Kinder zu befähigen „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci fotografisch nachzustellen. Damit der Fleiß und die Kreativität auch die notwendige Beachtung findet, werden die entstandenen Kunstwerke der mini paparazzi in einer Ausstellung in der Stadthalle zu Burg zu bewundern sein. Diese Ausstellung wird sogar mit einer „kleinen“ Vernissage eröffnet. Bei all dem Engagement bin ich mir sicher, dass die meisten der beteiligten Kinder in Sachen Fotografie auch nach dem Ende des Projektes am Ball bleiben.

Weitere Infos unter www.mini-paparazzi.de

Bildcollage/Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Bettina Lichtenstein

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