Was ist ein Kampfhund?

Wenn einem diese Frage gestellt wird, denkt man sofort an einen Hund mit einem massigen Kopf, stabilem wuchtigen Körperbau, recht hässlich, von vornherein gefährlich aussehend, eben so was wie ein Pittbull oder Bullterrier.  Ganz klar, diesen Viechtern sollte man aus dem Wege gehen. Die Frage ist nur, liege ich mit diesem Bild überhaupt richtig? Was ist mit Dobermannhunden, Rottweilern und Doggen um nur einige weitere zu nennen, welche nicht nur gefährlich aussehen sondern auch sein können? Was ist darüber hinaus mit des Deutschen liebsten Hund, dem Deutschen Schäferhund oder gar diesen friedlich aussehenden Golden Retrievern? Hatte ich da nicht auch schon gehört, dass es hier Beißvorfälle mit schlimmen Folgen gab? Ich denke das Bild was sich uns auf Grund des Begriffes „Kampfhund“ vermittelt, hängt etwas schief. Das Problem ist nicht das Tier, sondern der Mensch. Er kann jeden Hund zur Waffe machen, einfach durch falschen Umgang, absichtlich oder aus Unwissenheit. Manche halten sich einen sogenannten Kampfhund als Status- und Machtsymbol. Sie wollen, dass der Hund aggressiv wird und hetzen „Hektor“ oder „Flash“ mal eben zur Probe auf leere Kinderschaukeln, welche den zermalmenden Bisskräften kaum standhalten können. Wie gut, dass da keine Kinderbeine runterbaumelten, beim nächsten mal ist es vielleicht so weit; dann ist es zu spät. Wenn ich halbwüchige Mädels mit einem Pittbull oder Bullterrier an der Kette sehe, bin ich mir ziemlich sicher, dass die nicht wissen, wie sie ihren Hund im Zaume halten, wenn bei dem eine Birne durchbrennt. Was hier fehlt sind einfach Kenntnisse beim Umgang mit Hunden und vor allem das Wissen zur Erziehung des Tieres.

Gestern war ich auf Grund meiner beruflichen Funktion zu einer Vollversammlung eines Hundesportvereines eingeladen. Thema des Diskussionsabends war eine Ankündigung des Innenministers von Sachsen-Anhalt, eine Gesetz und eine Verordnung gegen gefährliche Hunde zu erlassen. Hierbei muss erwähnt werden, dass vom Minister geplant ist, eine sogenannte Rasseliste in die Rechtsvorschrift aufzunehmen, welche die nach Meinung der Politik eindeutig als gefährlich einzustufenden Rassen aufführt. Da stehen selbstverständlich unter anderem Pittbull und Bullterrier in ihren verschiedenen Rassevarianten und einige andere Exoten drauf. Der guten Deutschen Hunde wie Schäferhund, Rottweiler und Dobermann usw. fehlen bei der Auflistung. Die Hundesportfreunde sprachen sich bei der Diskussion für eine Gesetz gegen gefährliche Hunde aber gegen eine Rasseliste aus. Die Argumente sind nachvollziehbar. Die Rasseliste bedingt, dass alle Hundehalter, welche einen der aufgeführten Rassen halten, automatisch über einen Kamm geschert werden. Da spielen die Bemühungen der Sportfreundin, welche ihren Kaukasischen Schäferhund von klein auf unter Anleitung des Vereins erzogen hatte, welche eine „Hundeführerschein“ ablegte und deren Tier aufs Wort hört, gar keine Rolle; da diese Rasse jetzt auf der Liste steht. Ein angehender Zuhälter, der seinen Rottweiler „scharf gemacht“ hat, dürfte sich hingegen freuen, weil diese Rasse nicht auf der Liste steht. Es fehlt also an einem wirksamen Regularium, welches klärt, dass nicht die Tiere nach Rassen als gut und böse, schwarz oder weiß, hell oder dunkel stigmatisiert werden, sondern die Arten von Menschen, welche ein Tier „verziehen“ wollen, daran gehindert werden, ihr Vorhaben umzusetzen. Eine in das Gesetz aufzunehmende Pflicht für jedermann, sich vor dem Kauf eines Hundes sachkundig zu machen und für die sach- und fachgerechte Haltung eine Prüfung abzulegen, wäre wohl der erste Schritt in die richtige Richtung. Letzteres ist übrigends für die Mitglieder des Hundesportvereins gar keine Hürde, denn dort ist es Usus, dass alle Teilnehmer solche Kenntnisse erwerben und hierfür Prüfungen ablegen.

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