Klartraum – Die Freude am Träumen

KlartraumWer schon mal ein Erlebnis der „dritten Art“ während des Schlafens hatte, weiß wovon ich jetzt schreibe. Es funktioniert völlig ohne Drogen und hat einen weit höhern Aha-Effekt als alles jemals zuvor Erlebte. Viele werden schon mal unbewusst ein solches Erlebnis gehabt haben. Ich spreche vom sog. Klartraum, auch luzider Traum genannt. Wann hat man so einen Traum? Für gewöhnlich schläft man und verliert während des Schlafens die Kontrolle über seine Gedanken. Entweder träumt man gar nichts (man nimmt nichts wahr) oder was man träumt kann man nicht beeinflussen. Der Traum macht mit einem, was er will. Man kann das Traumgeschehen im normalen Traum nicht steuern, denn man hat nicht wahrgenommen, dass man träumt. Der Traum ist auch nicht sehr intensiv, denn die farblichen Wahrnehmungen sind nur eingeschränkt; der Fokus des Wahrnehmens ist ein wenig verschwommen. Man kann sich an solche „normalen“ Träume meist nur schlecht erinnern. Schnell gerät so ein Traum in Vergessenheit. Bei einem Klartraum sieht es ganz anders aus. Im Traum, also während des „normalen“ Träumens erkennt der Schlafende, dass er träumt und mit dieser Erkenntnis verändert sich sofort die Wahrnahme im Traum. Es ist ein höchst verblüffender Effekt, welcher mit Worten nur schlecht zu beschreiben ist. Der eigene Fokus wird scharf, die Farben der Traumumgebung sind plötzlich leuchtend und facettenreich, es ist besser als 3-D-Kino, denn es ist eine Wahrnahme als wenn man wach wäre. Ich hatte bei dem Klartraumforscher Paul Tholey gelesen, wie man diesen Zustand erreichen könnte. Nachfolgend will ich diesbezüglich meinen ersten bewusst herbeigeführten Klartraum schildern:

In meinem Traum befand ich mich in einem Buchladen. Ich schaute auf große Bildbände, die in schön anzuschauende Schutzumschläge eingefasst waren und in einem Regal standen. Beim Betrachten der Bildbände erfasste ich die Titel, an welche ich mich allerdings nicht erinnern kann. Ich nahm einzelne Bücher aus dem Regal und blätterte darin. In der hintersten Ecke der Buchhandlung sah ich eine offenstehende Tür, die meine Neugierde weckte. Dort angekommen schritt ich hindurch und betrat einen Nebenraum. Dort standen eine Klappleiter und allerlei Utensilien herum, die man für eine Renovierung benötigt (Tapetenrollen, Farbeimer, Kleister, Pinsel usw.). Oh, dachte ich. Wieso bin ich hier? Da ich mir im Wachzustand immer wieder die Frage gestellt hatte, ob ich träume oder wache, stellte ich sie mir auch in diesem Moment. Ich blickte mich im Raum um und stellte erstaunt fest, dass unter der Leiter eine Dose mit gelber Farbe in der Luft schwebte und sich um eine imaginäre Achse drehte. Ich dachte: So etwas gibt es im Wachzustand nicht! Kaum dass ich diese Erkenntnis gezogen hatte, wurde der Traum klar. Plötzlich konnte ich alle Einzelheiten scharf erkennen, ich roch die Farbe und sah die Feuchtigkeit an den Stellen der Wände, die frisch gestrichen waren. Begeistert dachte ich: Tholeys Methode ist einfach toll, das ging ja schnell! Ich freute mich wie ein Schneekönig. Um diese unglaubliche Klarheit zu begreifen, kniete ich auf den Fußboden und ertastete die alten, unrenovierten, mit weinroten Farbresten versehenen, Holzdielen, deren Maserung ich so deutlich wahrnahm, dass ich es nicht fassen konnte. Diese Traumrealität war faszinierend. Schön! Du bist klar!, dachte ich. Ich schaute mich um. Der Raum hatte ein Fenster. Tholey empfiehlt, etwas zu tun, was mir die Garantie gibt, in einem Klartraum zu sein. Also ging ich zum Fenster und überlegte, meinen Kopf durch das Glas zu stecken. Gedacht und getan. Vollkommen irre! Das Glas schloss sich so um meinen Körper, als ob man einen Körperteil durch eine straff gespannte Folie steckt, ohne einen Widerstand zu spüren. Wahnsinn, mein Kopf ist draußen und mein übriger Körper noch drin! Die Temperatur außerhalb war kühler, als im Raum. Ich beschloss, den Raum vollständig zu verlassen und sprang. Ich dachte in diesem Moment: Passieren kann Dir ja nichts! Und richtig; kam ich doch mit einer gekonnten Drehung außerhalb des Gebäudes auf den Füßen zu stehen. Die Umgebung musternd erfasste ich den mir bekannten alten Plattenweg, der zur Bahnhofstraße in Burg führt. In einer der Plattenfugen funkelte etwas. Ich beschloss, dem Funkeln nachzugehen. Bei näherer Betrachtung stellte sich das Funkeln als eine kleine, leuchtende Glühbirne, die in einer Kunstblume eingefasst war, heraus. Tholey sagt: Nur nicht zu sehr fixieren, sonst fliegst du aus dem Traum. Also entschied ich, mich weiter umzusehen. Toll! Wunderbar! Alles ist so real! Die Straßen, die Häuserzeilen, die Türme in der Ferne und die Bäume. Das alles wollte ich auch von oben betrachten und so beschloss ich, mich mit den Füßen vom Erdboden abzustoßen. Mit einer Art Schwimmbewegung schaffte ich es, einige Meter in die Höhe zu steigen. Dann war leider Schluss und ich wachte auf.

Man kann diese Art des Träumens erlernen, worüber ich in meinem nächsten Blogeintrag berichten werde.

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