Gefangen im Minutentakt

Nun stecke ich mitten drin, in der Organisationsuntersuchung, kurz Orga Untersuchung genannt. Mit dieser amtlich veranlassten Analyse wird ermittelt, wie ausgelastet mein Arbeitsplatz ist und ob man mir neben dem bereits bestehenden Berg noch einen weiteren Berg Arbeit zuordnen kann. Vielleicht arbeite ich ja auch zu langsam, fertige die Bürger zu träge ab und vergeude volkswirtschaftlich wichtige Arbeitszeit mit profanen Dingen, welche meiner Einordnung in der Behördenhierarchie nicht entsprechen. Man ist Chef und Sachbearbeiter gleichzeitig. Vielleicht auch ein wenig Mensch. Aber das zählt momentan weniger. Keine Zeit liebe Kollegin, wenn das jetzt nichts ist, was ich verbuchen kann, dann lass mich mal in den nächsten 4 Wochen damit in Ruhe. Denn da liegt ein Zettel neben mir, auf welchem sehr viele meiner Tätigkeiten in Katalogform aufgelistet sind. Leider ist der Katalog lückenhaft. Nicht jede Attitüde meines beruflichen Alltagslebens ist sogleich auffindbar. Da sitzt man nun und überlegt, was das eben war, denn man muss jedes Telefonat und jede Rücksprache von Mitarbeitern, jedes Diktat usw. der Liste minutengenau zuordnen. Da schlaucht und nervt, denn eigentlich habe ich für diesen Unsinn keine Zeit und schon gar keine Nerven. Was ist das eigentlich, wenn ich jetzt aufs Klo muss? Ach so „Sonstige Ausfallzeit“.

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