Die Zeit rennt – das Wetter auch

31. Oktober 2006

WetterBetrachtet man den Kalender, so stellt man mit Entsetzen fest, dass das schon wieder der letzte Tag im Oktober ist. Das ist wie jedes Jahr, nur jedes mal ein wenig schlimmer. Das Klima spielt verrückt. Einen richtigen Herbst gibt es nicht mehr, wie es auch keinen richtigen Frühling mehr gibt. Gerade letzte Woche noch Mitte 20 Grad Celsius und diese Woche soll es schneien. Der Oktober war der wärmste seit der Wetteraufzeichnung. Fein fein, vielleicht wird es auch der kälteste oder wärmste November, Dezember, Januar usw. seit der Wetteraufzeichnung … wer weiß das schon?!!! Wir ernten das was wir vor 25 Jahren säten.  Da haben wir alle noch viel viel mehr als das Viele von heute in die Atmosphäre gejagt. Wir bemühen uns hier in Deutschland schön „umweltfreundlich“ zu sein. Wir sind es vielleicht auch im Verhältnis zu vor 25 Jahren. Aber nützt es, wenn der kleine deutsche Furz auf der Landkarte keinen mehr lässt, aber die großen Furzer ala Russia, USA und PR China weiter ihre Megaausdünstungen in unsere Lufthülle ablassen. Roland Emmerich’s Vision in „THE DAY AFTER TOMORROW“ bekommt immer mehr Konturen. Wir betrachten das Ganze nicht mehr durch die Milchglasscheibe und können uns gar nicht vorstellen, was da auf uns zurollt, sondern, wir sehen das Ding klar vor uns. Es ist nur eine Frage der Zeit. Keine schöne Aussicht für uns und unsere Kinder. Jetzt werden einige sagen, ich sehe das Ganze viel zu schwarz. Vielleicht … aber konnten wir uns vor einigen Jahren vorstellen, dass in Deutschland Tornados ganze Dörfer verwüsten? Einige nennen die Dinger jetzt noch Windhosen, obwohl das ungefähr so ist, als ob man einen ausgewachsenen Tiger als Schmusekatze bezeichnen würde. 

Lange Rede kurzer Sinn, das Wetter ist wie das Leben, schnelllebig und immer für Überraschungen gut … der Witz ist nur, wenn wir etwas auf das Wetter schieben sollten, dann dürfen wir nicht vergessen, dass wir eine Menge dazu beigetragen haben, dass das Wetter heute so launisch und unberechenbar geworden ist. Letztlich reflektiert der Klimawandel nur unsere egoistische menschliche Natur. Denn wie es in die Atmosphäre hineinbläst, so bläst es irgendwo auf dieser Welt wieder heraus.


Denglisch für Anfänger

16. Oktober 2006

Heute nahm ich einen Artikel in der Bild-Zeitung (welche ich tatsächlich lese) zur Kenntnis worin es um die Verenglischung der deutschen Sprache geht. Da mir im Alltagsleben immer mehr Begriffe entgegengeworfen werden, wo ich erst mal die Mund nicht mehr zukriege und meinem Gegenüber mit einem „Häähh!?“ begreiflich machen muss, dass ich nur Bahnhof verstehe, habe ich diese Verdenglischung mal in ein Gedicht gebannt:

Denglisch für Anfänger

Es stormed das Brain so vor sich hin
nach einem Event steht mir der Sinn
von diesem Point ein No Return
damit das alle Freaks auch hörn
geb dann nen Letter of Intent
damit man auch den Workflow kennt
der Spirit hat es ganz schön schwer
da muss mal schnell ein Chill Out her
der Job ist manchmal schon verhext
ansonsten bin ich sehr relaxed
nach Feierabend geh ich dann shoppen
kann bei einem Sale-Deal Preise toppen
zu Hause noch ein Download, fein,
schaufle mir ein Movie rein
und wenn’s mir auch keiner sagen tut
mein Denglisch ist doch wirklich gut?!


Vinyl versus Kopierschutz

12. Oktober 2006

Seit dem im Jahre 2003 durch eine Änderung im Urheberrechtsgesetz das Verbot des Umgehens des Kopierschutzes bei Trägern digitaler Daten (CD’s und DVD’s) eingeführt wurde, ist es illegal, Tracks von einer legal gekauften CD als MP3 Dateien auszulesen. Dies bedeutet, dass ich die Musik der neu gekauften Robbie Williams CD nicht einfach auf meinen MP3-Player übertragen darf, obwohl die CD nicht eben gerade wenig gekostet hat. Wenn mir also der Musikverlag, der die CD produziert und vertreibt, kein Recht dazu einräumt, müsste ich de facto die Robbie Williams Titel noch einmal als MP3-Dateien bei I-Tunes oder Musicload noch mal kaufen um sie auf meinem Player anhören zu können. Das Ganze ist höchst paradox. Die hochgelobte CD verkommt so zum multimedialen Fossil. Sie sieht schön aus, man kann damit aber nicht viel anfangen. Ein weiterer Punkt der Irrungennund Wirrungen der CD’s mit Kopierschutz ist der, dass die mit einem Kopierschutz versehenen CD’s nicht mehr dem von der Firma Phillips entwickelten CD-Standard entsprechen. Wer mal auf eine neue Musik-CD genau draufschaut, wird feststellen, dass das CD-Logo nicht mehr verwendet wird. Fehlt das CD-Logo, ist davon auszugehen, dass die CD nicht dem CD-Standard entspricht und einen Kopierschutz enthält. Meist ist das aber auch schon auf dem Cover der CD zu lesen. Die Dinger funktionieren auch nicht überall, was ich bei meinem Audi Autoradio mit CD-Player leider schon persönlich erfahren musste. Die Kritiker des Kopierschutzes streiten über das legale Umgehen eines solchen zum Beispiel durch das Aufnehmen der über den im PC-CD-Player abgespielten Tracks in Echtzeit mittels einer hierfür entwickelten Software. Hier sind sich die Juristen aber uneins, ob das nicht auch ein Umgehen des Kopierschutzes der diesbezüglich geschützten CD darstellt.

Wer dieses ganze Geplänkel mit den sich hieraus ergebenden Wagnissen umgehen will, greift einfach auf die gute alte Vinylplatte zurück. Kenner sagen, dass die Klangbreite der Rillenscheibe ohnehin besser ist, als bei einer digital kastrierten CD. Auch einige aktuelle Bestsellertracks werden zwischenzeitlich wieder als Vinylplatte angeboten. Der Vorteil der Vinylplatte gegenüber der CD liegt einfach darin, dass sich auf der Plastikrillenscheibe keine Kopierschutzmechanismen einbauen lassen. Die Vinylplatte wird mechanisch abgespielt, was deshalb jeglichen Kopierschutz ausschließt. Hat man also so eine Vinylplatte kann man diese getrost über den Plattenspieler mittels Line-In-Kabel in den PC einlesen. Hierfür gibt es auch leistungsfähige Software wie zum Beispiel Clean von Steinberg. So habe ich also vor einigen Tagen meine Lieblingsplatte von ELO „Time“, welche fast 20 Jahre auf dem Buckel hat, eingelesen und auf CD gebannt. Das Ergebnis der Aktion, welche hier bei Hifi-Regler.de sehr genau beschrieben wird, war sehr erstaunlich. Man ist höchst motiviert, weil man seine alte Vinylscheibe endlich im Auto anhören kann und dabei weiß, dass man nichts Illegales tut. Und so hat die gute alte und schon totgesagte Vinylplatte wieder einen Sinn bekommen. Wie schön, dass das Vinyl gegen einen Kopierschutz völlig immun ist.   


Gefangen im Minutentakt

10. Oktober 2006

Nun stecke ich mitten drin, in der Organisationsuntersuchung, kurz Orga Untersuchung genannt. Mit dieser amtlich veranlassten Analyse wird ermittelt, wie ausgelastet mein Arbeitsplatz ist und ob man mir neben dem bereits bestehenden Berg noch einen weiteren Berg Arbeit zuordnen kann. Vielleicht arbeite ich ja auch zu langsam, fertige die Bürger zu träge ab und vergeude volkswirtschaftlich wichtige Arbeitszeit mit profanen Dingen, welche meiner Einordnung in der Behördenhierarchie nicht entsprechen. Man ist Chef und Sachbearbeiter gleichzeitig. Vielleicht auch ein wenig Mensch. Aber das zählt momentan weniger. Keine Zeit liebe Kollegin, wenn das jetzt nichts ist, was ich verbuchen kann, dann lass mich mal in den nächsten 4 Wochen damit in Ruhe. Denn da liegt ein Zettel neben mir, auf welchem sehr viele meiner Tätigkeiten in Katalogform aufgelistet sind. Leider ist der Katalog lückenhaft. Nicht jede Attitüde meines beruflichen Alltagslebens ist sogleich auffindbar. Da sitzt man nun und überlegt, was das eben war, denn man muss jedes Telefonat und jede Rücksprache von Mitarbeitern, jedes Diktat usw. der Liste minutengenau zuordnen. Da schlaucht und nervt, denn eigentlich habe ich für diesen Unsinn keine Zeit und schon gar keine Nerven. Was ist das eigentlich, wenn ich jetzt aufs Klo muss? Ach so „Sonstige Ausfallzeit“.