Karate und Kampfhunde

karathund200x200Gestern hatte ich nach einiger Zeit Pause wieder beim Karatetraining teilgenommen. Die Kunst des Kämpfens mit der leeren Hand erlerne ich seit einem Jahr. Bisher habe ich den weißen Gürtel geschafft, was dem zweiten Anfängergrad entspricht. Als absoluter Anfänger darf man nur einen Strick, noch aber keinen Gürtel tragen. Den muss man sich mit Training und einer Prüfung erarbeiten. Als ich vor einem Jahr anfing, dachte ich noch, Karate, das ist die blanke Gewalt und da werden – wenn man es denn beherrscht – Hölzer, Ziegel und andere diverse Materialien mit der bloßen Hand zerwalkt. Weit gefehlt, Karate hat nichts mit Ziegelzerkloppen und Schlägersein zu tun. Erste Regel: Der Karateka greift niemals (zuerst) an, denn die erste Bewegung ist immer eine Abwehrreaktion. Die ersten Trainingsstunden waren putzig, denn neben dem richtigen Stehen und Gehen erlernte man das Konzentrieren, Reagieren und das Potenzieren seiner Energien. Es ist schon der Hammer, wenn man so langsam mitbekommt, das man durchaus mit einem präzise platzierten Stoß einen potentiellen Gegner jeglicher Größe (die eigene Größe spielt keine Rolle) in Null-Komma-Nix außer Gefecht setzen kann. Da wir uns beim Karate ja nicht außer Gefecht setzen wollen, ist es Usus, dass man seinen Schlag soweit abfängt, dass man den Trainingspartner nur „antippt“. Unser Meister (4. Dan) beherrscht diese Kunst besonders gut. Gestern hat er mal wieder bei einer Demonstration eines Stoßes in Kopfhöhe mich als „Demonstrationsopfer“  ausgewählt und so ein Ding auf mein Kinn abgefeuert. Mann oh Mann, wenn das Ding hätte wirklich treffen sollen, wäre mein Kinn nur noch ein Trümmerhaufen.

Was hat nun aber mein Karatetraining mit Kampfhunden zu tun? Wir kamen auf einen Vorfall in Stendal zu sprechen, wo ein Kampfhund sich von seinem völlig überforderten Herrchen losriss und einen 10jährigen Jungen vom Fahrrad holte und diesen durch tiefe Bisse in Hals und Rücken schwer verletzte. Der Hund musste von der Polizei erschossen werden, denn er war nicht zu bändigen. Der Meister berichtete von einem eigenen Erleben mit einem Hund (einem Rottweiler) der gerade aus heiterem Himmel zum Angriff übergegangen war und zuschnappen wollte. Da der Meister nicht ausprobieren wollte, wie so ein Rottweilergebiss große Fleischstücke aus ihm rausholt hat er seine jahrzehntelange Karateerfahrung blitzschnell angewandt. Ein gezielter Oi Zuki, der Hund flog mehrere Meter und es macht „Knack“. Nun ist unser Meister kein Tierquäler, aber in dieser Situation konnte er nicht anders.

In unserem Karate-Do trainieren auch einige Kinder im Alter des schwer verletzten Jungen aus Stendal. Vielleicht ist es ganz gut, dass sie lernen, wie sie sich zur Not wehren können.

     

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