Die Kunst des Loslassens

30. September 2008

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Da sitzt eine breite Masse täglich vor dem TV-Gerät und lässt sich durch diffuse Boulevardsendungen berieseln. Explosiv, Exclusiv, Brennpunkt, Leute heute und wie diese Sendungen noch so heißen, durch die der geneigte Zuschauer die neuesten “aufregenden” Dinge über die Menschen erfahren kann, die man Stars und Promis nennt. Ja das wird dann am nächsten Tag noch eines der Gesprächsthemen in der Firma, dass zum Beispiel Heidi Klum eine neue Frisur hat. “Hast du die gesehen? Die muss ich auch haben!” Feuer frei. Der Promi lässt einen Furz und der werte TV-Schauer klatscht Beifall und findet diese Suppe auch noch wohlriechend. Meine Frage, die sich bei solchem Verhalten an die “TV-Sauger” richtet, ist: Habt ihr keine eigene Orientierung? Ich kopiere keinen “Star”, denn ich möchte ganz einfach keine Kopie sein. Ich bin selbst ein Original. Ich bin einzigartig und möchte es auch bleiben. Mein Geschmack richtet sich nicht nach dem von anderen Menschen. Dann gibt es da noch illustre Unterhaltungssendungen, die allabendlich in die Wohnstuben flimmern und dem TV-Publikum eine kurzweilige Ablenkung vom Alltag bieten. Die Sendung “Bauer sucht Frau” erwärmt unser Herz; das Quiz “Wer wird Millionär?” erweitert unser Wissen, die Samstagabendshow “Wetten, dass?!” verbindet Jung und Alt und bei der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” können wir mit Spannung verfolgen, wie aus Nobodies “Superstars” werden. Klingt das alles nicht toll? Was aber ist das, wenn du deine Aufmerksamkeit dem Inhalt solcher Sendungen widmest? Es ist eine Vergeudung deiner Potenziale, denn wenn du Fernsehen schaust, ist deine Aufmerksamkeit an die ausgestrahlten Inhalte gebunden. Auch wird durch Reizauslösungen des Fernsehens unterdrückt, dass wir Menschen in unsere Ruhe kommen und uns richtig tief entspannen können. Viele Menschen sagen zwar, sie fänden das Fernsehen entspannend, jedoch ist dies ein Trugbild. Da uns das TV immer und jederzeit mit Inhalten zuschüttet, sind wir ständig dabei, uns über diese Inhalte Gedanken zu machen. Das Lesen eines Buches, sinnvolle Unterhaltungen und besondere Momente, die unsere Aufmerksamkeit verdienen sollten, sind dann unmöglich.

Was würde nun geschehen, wenn der Strom ausfällt oder kein einziger TV-Sender mehr Sendungen ausstrahlt? Würdest du es mit einem Lächeln hinnehmen und dir Zeit für Dinge nehmen, die auch ohne TV-Gerät und Strom getan werden können? Die Antwort auf diese theoretische Frage kannst du dir nur selbst geben! Wenn du jedoch fluchend auf Gott und die Welt schimpfst, weil dir ein Abend ohne Fernsehen ganz und gar nicht gefällt, dann hat sich bei dir die Einflussnahme durch das Fernsehen zu einer Sucht entwickelt, die wesentliche Teile deines Lebens bestimmt. Dann hast du ein Problem mit dem Loslassen!

Wie sieht es in deiner Partnerschaft aus? Verlangst du regelmäßig, dass dein Partner sich pünktlich meldet, dass er wahrheitsgemäß und vollständig sagt, was er jetzt gerade vorhat, was er kaufen will und welche Leute er in den nächsten zwei Tagen trifft? Gibst du ihm alles vor, was er zu tun und zu lassen hat? Bist du misstrauisch, wenn seine SMS noch nicht eingegangen ist, dass er jetzt angekommen ist? Hey der müsste doch da sein! Warum meldet der sich nicht. Du starrst auf dein Handy, aber da rührt sich nichts. Das kann doch nicht sein! Du wirst immer ungeduldiger. Da ist irgendetwas im Busch! Wutentbrannt schickst du eine SMS. Du starrst auf dein Handy, doch da rührt sich weiter nichts. Wenig später bekommst du einen Anruf, du kennst die Nummer nicht, aber es die Stimme deines Partners. „Hey Schatz, wollte dir nur sagen, dass ich gut angekommen bin. Hätte ich dich schon eher kontaktiert, aber mein Handyakku ist leer, muss ihn erst laden.“ Dir fällt ein Stein vom Herzen, die ganze Aufregung war für die Katz! Du hattest ein Problem, du konntest nicht loslassen!

Dir fehlt das Vertrauen. Du lullst dich ein in Angstzustände und Fiktionen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Das hemmt dein Selbstvertrauen und schnürt dich ein. Es packt dich, wenn du dich packen lässt und es wird dich negativ verändern. Auf die Dauer wird es auch dein Verhältnis zu deinem Partner verändern, denn fehlendes Vertrauen wandelt sich in Misstrauen und Eifersucht. Wenn du das weiter vertiefst, dann ist das der Anfang vom Ende deiner Beziehung. Du solltest im Übrigen bedenken, dass jeder Mensch eine Grundausstattung an Freiheiten braucht. Wenn du deinem Partner da nicht ein Krümelchen mehr zugestehst, dann wird er eines Tages die Trennung vollziehen, um sich mit einem Schlag zu befreien. Um dies zu verhindern, heißt die einfache “Zauberformel”: Loslassen!

Hast du dich bereits von deinem Partner getrennt? Führt ihr einen Rosenkrieg? “Schlagt” ihr euch um Toaster, Teller und die Kinder? Schickt ihr euch wie beim Pingpong Nachrichten hin und her, mit welchen der eine immer auf das reagiert, was der andere ihm gerade vorhält. Bist du nicht in der Lage mal nicht zu antworten? Sitzt in dir der Stachel der Verbitterung und willst du es deinem ehemaligen Partner “heimzahlen” koste es, was es wolle? Dann hast du ebenfalls ein Problem mit dem Loslassen!

Ich könnte hier noch viele alltägliche Beispiele aufführen, die das Problem mit dem Loslassen veranschaulichen. Wir alle geben uns mit dem – vielleicht unbewussten – Festhalten an bestimmten Verhaltensmustern konkreten Zwängen hin, ohne darüber nachzudenken, ob das Leben nicht viel einfacher sein könnte, wenn man sich von diesem Denken befreit.

Das Loslassen ist eigentlich so einfach. Aber für viele Menschen ist es umso schwerer, weil sie jahrelang in eingefahrenen Gleisen fuhren und ein Wechsel im Denken so “kompliziert” ist. Ist er tatsächlich so kompliziert? Nicht wirklich!

Wie kannst du loslassen?

  1. Betrachte deine jeweilige Situation und schätze für dich ein, ob du gerade irgendeinem Zwang unterliegst, der dich zu einem bestimmten Verhalten verleitet, was sich ständig wiederholt. Sieh dich einmal wie ein Mensch, der dich wie ein Dritter beobachten und analysieren würde.
  2. Entscheide dich, ohne einem Automatismus zu folgen.
  3. Lebe bewusster und halte öfters inne. Stell dir die Frage: Muss das jetzt so sein? Muss ich jetzt (so) reagieren?
  4. Wenn es die Situation nicht erfordert, dann reagiere nicht, sondern beobachte (was kommt, wenn du nicht reagierst; das kann für sich genommen höchst amüsant werden)!
  5. Folge deiner inneren Stimme und mache dir bewusst, dass sich die Dinge auch selbst regeln können. Du bist nicht der Bauchnabel der Welt!

Passend zu der Thematik des Loslassens möchte ich mit einem – wie ich meine – sehr zutreffenden Zitat enden:

„In Liebe loslassen

Manche Leute denken, dass man an dem was man liebt hängen und sich nicht befreien muss. Das Wesen wahrer Liebe ist die Freiheit; und Freiheit bedeutet loszulassen. Innerer Abstand hält uns zusammen, da wir einander genügend achten, um darauf zu vertrauen, dass der andere sein Leben ohne unser Eingreifen leben kann, egal, welchen Wachstums- oder Entwicklungsprozess er durchmachen muss.“

Dr. Brenda Davies  „Chakras – Tore zur Seele“


Erkenne dich selbst

15. April 2008

Geht es dir manchmal so, dass du ins Grübeln kommst und du dich fragst, ob das Leben, welches du gerade führst, das Leben ist, was du führen möchtest? Du steckst vielleicht in einer Ehe die schon lange Jahre andauert aber dich deiner eigenen Freiheit im Denken beraubt. Dein Partner versteht deine Art des Denkens und Handelns nicht. Du fühlst dich nicht wohl und freust dich nicht, wenn es Feierabend ist oder das Wochenende naht, weil du dich in deinem Job noch freier fühlst, als in der Beziehung mit deinem Partner. Läufst du gerade wegen einer Erkrankung von einem Arzt zum anderen, ohne das dir irgendeiner auch nur ansatzweise geholfen hätte? Schluckst du vielleicht schon jahrelang einen Tablettencocktail nach dem anderen, weil die Nebenwirkung eines Medikamentes bedingt, dass du weitere Berge an Chemie zu dir nehmen musst? Findest du dich beim Blick in den Spiegel unattraktiv oder gar hässlich? Hast du den Zwang jeden Tag zwei Flaschen Bier zu trinken – weil es dich ruhiger macht und du dich besser fühlst? Hast du deinen Job verloren und dich seit Monaten erfolglos bemüht, einen neuen Job zu finden?

 

Zugegeben, jedes der vorgenannten Fragebeispiele ist für sich exemplarisch. Mancher hat auch mit diesen Dingen nicht wirklich ein Problem, weil er gar kein Problem sieht. Um diese Menschen geht es mir nicht. Es geht um Menschen, die unglücklich, unzufrieden, depressiv und krank sind und mit ihrer Situation nicht klar kommen. Gehörst du dazu? Was wäre für dich die Lösung?

 

Die Lösung heißt: Erkenne dich selbst und ändere, was dir nicht gefällt! Das ist eine ganz einfache Regel, aber für Viele doch so schwer. Wenn du in einer Ehe steckst, die dich kaputt macht, dann überlege, was zu tun ist? Du musst einen Entschluss fassen. Suche hierbei nicht nach Ausreden! Denke auch nicht darüber nach, was das alles für Konsequenzen hat, denn du schaffst dir damit nur wieder eine Alibibegründung um den notwendigen Schritt nicht zu tun.

 

Sich selbst zu erkennen heißt, seine Situation zu analysieren, nüchtern zu betrachten und zu überlegen, was zu ändern ist. Schau dich doch einfach mal aus der Sicht eines Beobachters an. Wie würdest du dich einschätzen, wenn du die Sichtweise auf dich selbst, sagen wir mal aus dem Blickwinkel eines völlig Fremden einstellen würdest? Es ist vielleicht schwer, sich das vorzustellen. Der Beobachter würde nach einer gewissen Zeit einiges sehen. Etwa, dass du irgendwie unglücklich wirkst, dass du kränklich bist, dich selbst bemitleidest und der Zweifel dein ständiger Begleiter ist.  Stell dir vor, du wärest dieser Beobachter. Möglicherweise müsstest du dich selbst bedauern und Mitleid mit dir haben. Haderst du mit dir selbst und belässt alles beim Alten? Dann hättest du ein Schicksal gewählt, welches z.B. beinhaltet, nur Erfahrungen zu sammeln. Zum Beispiel solche, dass man im irdischen Leben verzweifelt sein kann, dass alles so schlimm und trist erscheinen kann, dass man daran zerbricht.  Aber es ist sicher eine Erfahrung, die keine Erfüllung bringt.

 

Was könntest du also tun, um dein Schicksal auf einen positiven Erfahrungsweg zu bringen? Vielleicht nimmst du dir einen Zettel und schreibst spontan auf, was dir an deinem Leben nicht gefällt. Vielleicht wird dein Zettel schnell gefüllt sein. Überlege nicht groß ob dir was gefällt oder nicht. Halt dich nicht an Kleinigkeiten auf. Die Frisur deiner Frau interessiert zum Beispiel weniger. Sei spontan, höre in dich hinein. Ein „Eigentlich“ darf es hierbei nicht geben, denn „Eigentlich“ heißt „Nein!“. Wenn du dir zum Beispiel sagst: “Eigentlich bin ich mit meiner Ehe zufrieden!“ dann heißt dies: „Ich bin nicht glücklich!“. Wer eine glückliche Ehe führt, der kennt kein „Eigentlich“ kein „Naja“ und kein „Wenn und aber“. Er sagt nur: „Ich bin glücklich! Ich liebe meinen Partner! Sie/Er ist ein untrennbarer Teil meines Lebens!“

 

Denk über diese inneren Einstellungen deines Ichs zu anderen Themen nach; etwa zu deinem Job und Beruf, zu deinem Gesundheitszustand, zu deinem Alltag, zu deinen Hobby’s (wenn du überhaupt welche hast), zu deinen Bekanntschaften (Sind es wirkliche Freunde? Sind es Menschen, zu denen du Kontakt haben solltest? Verlangen sie immer etwas bevor sie etwas geben?).

 

Also … dein Zettel ist gut gefüllt? Vielleicht hast du auch nur eine wichtige Sache aufgeschrieben? Macht nichts! Du hast begonnen, dich selbst zu erkennen. Das war der wichtigste Schritt, das ist sehr gut! Jetzt überlege … das „Was“ hast du schon bestimmt! Als nächstes musst du ein Ziel bestimmen. Wohin willst du? Was willst du ereichen? Das Ziel könnte also lauten: “Ich will glücklich sein!” OK, das Ziel ist bestimmt! Jetzt kommt die Frage:  „Wie komme ich zu diesem Ziel“? Wie willst du die Dinge verändern, die dich (zer)stören, die dich unglücklich und krank machen? Fasse die notwendigen Schritte so kurz wie möglich. Verkompliziere es nicht, indem du einen generalstabsmäßigen Plan entwickeln willst. Das wird nicht funktionieren. Also, wenn du in deiner Ehe unglücklich bist, dann schreibe hinter das Wort „Ehe“ die dir intuitiv zufallende Lösung des Problems, z.B. das Wort „Trennung“ (selbstverständlich können das auch andere Ansätze sein, z.B. “Aussprache”, “Ehetherapie” usw.). Ein Stichpunkt reicht meist völlig aus. Wie du die Lösung vollziehst, ergibt sich von selbst. Du musst nur den Willen haben, es zu tun. Du musst deinen Entschluss fassen! Lass dir ein paar Tage Zeit und denke darüber nach. Stelle dir das Ergebnis als für dich positiv dar, ohne Zweifel und Skrupel. Es ist schwer, aber es funktioniert.

 

Dr. Brenda Davies schreibt in Ihrem Buch Chakras – Tore zur Seele” zum Thema Selbsterkenntnis:
“Unsere Aufgabe besteht … darin, den Weg von dem Schutt zu befreien, der die Wirklichkeit in diesem Augenblick unklar erscheinen lässt. Alles was wir brauchen, liegt in uns. Wir sind alle weise und wunderbar, und wie jede Erziehung, bedeutet auch geistige Erziehung, neu zu entdecken, was wir bereits wissen. Es ist oft beängstigend, den Sprung zu wagen, sich einzugestehen, dass einen nichts ganz und glücklich machen kann, was außerhalb von einem liegt. Wahres Glück, Freude, Friede und Sicherheit, das alles liegt in uns. Wir müssen es nur finden. …  Zuerst möchte ich dich bitten, umfassender zu denken zu versuchen und die Möglichkeit zu erwägen, dass das Leben mehr zu bieten hat, als du annimmst. Man hat uns allgemein gelehrt, methodisch zu denken und uns zu konzentrieren, was für unseren Lebensablauf gut und wesentlich ist. Was ich jedoch meine, ist, ein Bild von allen Seiten zu sehen. …  “

 

Das Zitat spricht für sich. Du sollst in dich hineinhören und dich erkennen.

 

Ich habe dies im letzten Jahr getan, mich selbst erkannt, die Dinge fixiert, welche mich an meinem Leben störten und bin die notwendigen (schweren) Schritte gegangen um sie zu ändern. Ich lebe seit 15 Monaten in Trennung (die Scheidung läuft), bin alle meine mental bedingten “Zipperlein” (Reizblase, Tietze-Syndrom und Bluthochdruck) losgeworden, gehe meinen Interessen nach ohne mich rechtfertigen zu müssen, habe 12 Kilo Körpergewicht durch Sport und Ernährungsumstellung verloren und fühle mich wieder in mir selbst wohl. Ich habe da „noch mal die Kurve gekriegt“ und bedanke mich bei mir selbst.


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