Die Kunst des Loslassens

30. September 2008

loslassen200x200Da sitzt man vor der Glotze und lässt sich durch eine diffuse Unterhaltungsmasse berieseln. Explosiv, Exclusiv, Brennpunkt, Leute heute und wie diese Sendungen noch so heißen, wo der geneigte Zuschauer die neuesten „aufregenden“ Dinge über die Menschen erfahren kann, die man Stars und Promis nennt. Ja das wird dann am nächsten Tag dann noch eines der Gesprächsthemen in der Firma, dass zum Beispiel Victoria Beckham eine neue Frisur hat. „Hast du die gesehen? Die muss ich auch haben!“ Feuer frei. Der Promi lässt einen Furz und der werte TV-Schauer klatscht Beifall und findet diese Suppe auch noch wohlriechend. Ich selbst werde keinen „Star“ kopieren, denn ich möchte ganz einfach keine Kopie sein. Ich bin selbst ein Original. Ich bin einzigartig und möchte es auch bleiben. Mein Geschmack richtet sich nicht nach dem von anderen Menschen. Wenn es von den goldbehängten Starrappern einer „cool“ findet, seine Hose in Übergröße auf die Kniekehlen rutschen zu lassen, so werde ich dies trotzdem nicht nachmachen auch wenn alle jetzt so rumrennen würden. Es sieht einfach nur Scheiße aus. Meine Frage, die sich bei solchem Kopiersuchtverhalten an die „TV-Sauger“ richtet, ist: Habt ihr keine eigene Orientierung?

Es ist so leicht, sich berieseln zu lassen und sein eigenes Verhalten nach der Meinungsmachung auszurichten, die die Medien rüber bringen. Es ist bequem, andere zu kopieren. Da wäre die Frage zu stellen: Kommst du ohne das klar? Kannst du ohne das leben? Wenn du diese Fragen nicht ohne „wenn und aber“ mit einem „Ja!“ beantworten kannst, dann hast du ein Problem. Du kannst nicht loslassen!

 

Wie sieht es in deiner Partnerschaft aus? Verlangst du regelmäßig, dass dein Partner sich pünktlich meldet, dass er wahrheitsgemäß und vollständig sagt, was er jetzt gerade mal vorhat, was er kaufen will und welche Leute er in den nächsten zwei Tagen trifft? Gibst du ihm alles vor, was er zu tun und zu lassen hat? Bist du misstrauisch wenn seine SMS noch nicht angekommen ist, dass er jetzt angekommen ist? Hey der müsste doch da sein! Warum meldet der sich nicht. Du starrst auf dein Handy, aber da rührt sich nichts. Das kann doch nicht sein! Du wirst immer ungeduldiger. Da ist irgendetwas im Busch! Wutentbrannt schickst du eine SMS. Du starrst auf dein Handy, doch da rührt sich weiter nichts. Wenig später bekommst du einen Anruf, du kennst die Nummer nicht aber es die Stimme deines Partners. „Hey Schatz, wollte dir nur sagen, dass ich gut angekommen bin. Hätte ich dich schon eher kontaktiert, aber mein Handyakku ist leer, muss ihn erst laden.“ Dir fällt ein Stein vom Herzen, die ganze Aufregung war für die Katz! Du hattest ein Problem, du konntest nicht loslassen!

 

Dir fehlt das Vertrauen. Du lullst dich ein in Angstzustände und Fiktionen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Das hemmt dein Selbstvertrauen und schnürt dich ein. Es packt dich, wenn du dich packen lässt und es wird dich negativ verändern. Auf die Dauer wird es auch dein Verhältnis zu deinem Partner verändern, denn fehlendes Vertrauen wandelt sich in Misstrauen und Eifersucht. Wenn du das weiter vertiefst, dann ist das der Anfang vom Ende deiner Beziehung. Du solltest im Übrigen bedenken, dass jeder Mensch eine Grundausstattung an Freiheiten braucht. Wenn du deinem Partner da nicht ein Krümelchen mehr zugestehst, dann wird er eines Tages die Trennung vollziehen, um sich mit einem Schlag zu befreien. Um dies zu verhindern, heißt die einfache „Zauberformel“ loslassen!

 

Hast du dich bereits von deinem Partner getrennt? Führt ihr einen Rosenkrieg? „Schlagt“ ihr euch um Toaster, Teller und die Kinder? Schickt ihr euch wie beim Ping-Pong Nachrichten hin und her, mit welchen der eine immer auf das reagiert, was der andere ihm gerade vorhält. Bist du nicht in der Lage mal nicht zu antworten? Sitzt in dir der Stachel der Verbitterung und willst du es deinem ehemaligen Partner „heimzahlen“ koste es was es wolle? Dann hast du ein Problem mit dem Loslassen!

 

Ich könnte hier noch viele alltägliche Beispiele aufführen, welche das Problem mit dem Loslassen darstellen. Wir alle geben uns mit dem – vielleicht unbewussten – Festhalten an bestimmten Verhaltensmustern konkreten Zwängen hin, ohne darüber nachzudenken, ob das Leben nicht viel einfacher sein könnte, wenn ich mich von diesem Denken befreie.

 

Das Loslassen ist eigentlich so einfach aber für viele Menschen umso schwerer, weil sie jahrelang in eingefahrenen Gleisen fuhren und ein Wechsel im Denken so „kompliziert“ ist. Ist er tatsächlich so kompliziert? Nicht wirklich!

 

Wie kannst du loslassen?

  1. Betrachte deine jeweilige Situation und schätze für dich ein, ob du gerade irgendeinem Zwang unterliegst, der dich zu einem bestimmten Verhalten verleitet, was sich ständig wiederholt. Sieh dich einmal wie ein Mensch, der dich wie ein Dritter beobachten und analysieren würde.
  2. Entscheide dich, ohne einem Automatismus zu folgen.
  3. Lebe bewusster und halte öfters inne. Stell dir die Frage: Muss das jetzt so sein? Muss ich jetzt (so) reagieren?
  4. Wenn es die Situation nicht erfordert, dann reagiere nicht, sondern beobachte (was kommt wenn du nicht reagierst; das kann für sich genommen höchst amüsant werden)!
  5. Folge deiner inneren Stimme und mache dir bewusst, dass sich die Dinge auch selbst regeln können. Du bist nicht der Bauchnabel der Welt!

 

Passend zu der Thematik des Loslassens möchte ich mit einem – wie ich meine – sehr zutreffenden Zitat enden:

 

„In Liebe loslassen

 

Manche Leute denken, dass man an dem was man liebt hängen und sich nicht befreien muss. Das Wesen wahrer Liebe ist die Freiheit; und Freiheit bedeutet loszulassen. Innerer Abstand hält uns zusammen, da wir einander genügend achten, um darauf zu vertrauen, dass der andere sein Leben ohne unser Eingreifen leben kann, egal, welchen Wachstums- oder Entwicklungsprozess er durchmachen muss.“

 

Dr. Brenda Davies  „Chakras – Tore zur Seele“


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