Rollenspiele

30. November 2008

rollenspiele-2501Die Menschen spielen in ihrem Leben verschiedene Rollen und glauben, sie seien diese Rolle, die sie verkörpern.

Warum spielen sie überhaupt solche Rollen?

Ich will dies beantworten. Zunächst bitte ich dich aber, meinen früheren Blogeintrag zu lesen. Ich hatte dort schon etwas zu Reinkarnation und Trennung von Körper und Geist erläutert. Hast du es gelesen oder weist du bereits, was Wiedergeburt bedeutet, dann kann ich zurück zur Antwort:

Zur Beantwortung der Frage, warum wir Rollen spielen, verweise ich auf ein sehr gutes Buch, das zwar Form eines Romans geschrieben ist, jedoch dem Leser Erkenntnisse wie aus einem Sachbuch vermittelt. Der folgende Abschnitt basiert auf Aussagen, welche diesem Buch von Ella Kensington: Die 7 Botschaften unserer Seele, Botschaft 1, auf den Seiten 50 bis 55 entnommen wurden.[1] Ich habe diese Aussagen aus dem Dialog zweier Hauptfiguren des Romans in den Sachbuchkontext übernommen und mit meinen Worten unter Hinzusetzung eigener Aussagen nachfolgend zusammengefasst:

Zu Beginn deines jetzigen Lebens bist du die Geist/Seele-Einheit, die gerade eben in den kleinen Menschenkörper inkarniert ist. Unmittelbar bis zur Beseelung des Körpers ist dir noch bewusst, wer du bist. Der Beginn des Menschseins ist der Zeitpunkt, zu dem die Geist/Seele-Einheit den neuen physischen Körper in Besitz nimmt. Das muss nicht notwendigerweise die Geburt sein. Er liegt irgendwo zwischen Zeugung und Geburt. Dieser Beginn ist individuell, das heißt die Geist/Seele-Einheit inkarniert zu dem Zeitpunkt, zu dem es ihr am zweckmäßigsten ist. Dies hängt sehr stark von deinem Lebensplan und der Lebensaufgabe ab, die du in diesem Leben absolvieren möchtest. Bevor du ein körperliches Wesen wirst, hast du bereits deine Lebensmatrix programmiert und dein Ziel bestimmt, das du erreichen möchtest. Zunächst musst du beim Eintritt in den Körper einen Filter passieren, der dein bisheriges Wissen ausblendet. Ich nenne diesen Filter, den Filter der Unbewusstheit. Er bewirkt, dass du dir nach der Verschmelzung mit deinem neuen Körper nicht mehr darüber bewusst bist, dass du wiedergeboren wurdest, das Jenseits deine eigentliche Heimat ist und du einen Plan für dieses Leben aufgestellt hast. Da wir zu diesem Zeitpunkt ohne bewusstes Wissen sind, sind wir am Anfang unseres neuen Lebens naturgemäß auf andere Menschen angewiesen. Bei den allermeisten Menschen sind es die Eltern, die sie umsorgen und ihnen ihr Wissen und ihre Überzeugungen vermitteln. Sie prägen also von Anfang an die Persönlichkeit und bestimmen das Denken und Handeln ihrer Kinder. Je intensiver du die Prägung deiner Eltern annehmen willst, desto früher gehst du in deinen embryonalen Körper. Warum tust du das? Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen hast du durch diese Maßnahme die Möglichkeit, auf ganz bestimmte Schwierigkeiten im Leben zu stoßen, die durch die Prägung deiner Eltern sehr wahrscheinlich auftreten werden (Tolle “Aussicht”, jetzt stellt sich bei dir sicher die Frage: Wieso will ich auf Schwierigkeiten stoßen?). Zum anderen bist du an deine Eltern gebunden, denn du wächst zunächst ohne bewusstes Wissen in dieser Welt auf, in der du ohne deine Eltern nicht überleben könntest. Zunächst sind dir nur Grundinstinkte gegeben, die dich in die Lage versetzen, deinen Eltern durch Schreien verständlich zu machen, wenn du Hunger oder Schmerzen hast, deine Windel voll ist oder du ihre liebevolle Nähe suchst. Du bist also zunächst ganz von ihnen abhängig, und das merkst du auch sehr schnell. Im Zuge deiner körperlichen und geistigen Entwicklung wandelt sich die zunächst einfache Interaktion mit deinen Eltern zu einer immer komplexeren, bei der du schließlich die Prägungen durch deine Eltern über deine Sprache, deine Mimik, deine Gestik und deine Handlungen über dein erlerntes neues Wissen widerspiegelst. Deine frühe Entwicklung ist der erste Ausfluss des Denkens einer Gruppe – deiner Familie. Durch dieses Gruppendenken kommt es zu einem stärkeren Zusammenhalt, der das Überleben des einzelnen Gruppenmitgliedes sicherer macht. Um in deiner Familie ohne große Probleme leben zu können, musst du dich so verhalten, dass dieses Verhalten von den Anderen akzeptiert wird. Deine Familie zeigt dir, wie du dich nach ihrem Muster außerhalb der Gruppe zu verhalten hast, um auch dort überleben zu können. Du wirst also darauf vorbereitet, eine noch nie da gewesene Situation entsprechend des Familiengeistes zu meistern. Verstehst du? Durch diese akzeptierte Denkweise wirst du auch in solchen Situationen vermeintlich richtig handeln. Du nimmst deshalb eine Rolle in deinem Leben an, weil du nur dadurch zur Familie gehören kannst. Du merkst als Kind auch sehr schnell, dass du geliebt wirst, wenn du dich an die Rolle hältst, und dass du bestraft wirst, wenn nicht. Man nennt diesen Vorgang Erziehung. Du spielst also zunächst die Rolle, die in deiner Familie gefordert wird. Danach kommt der Kindergarten, die Schule, der Verein, der Beruf, die eigene Familie und so weiter. Dann spielst du viele verschiedene Rollen. Du bist scheinbar immer jemand anderes, wenn du mit anderen Menschen zusammenkommst. Jedoch kommen in immer neuen Gruppen grundsätzlich die gleichen Mechanismen zum Tragen, wie in deiner Familie. Wenn du die gleiche Denkweise akzeptierest, wirst du anerkannt, und wenn nicht, gemieden. Bedeutet das, dass du überall wo du hingehst, deine Handlungen ausschließlich nach anderen Menschen und Gruppen richtest und du keine eigene Meinung mehr hast? Ganz so ist es nicht. Sehr wohl kannst du eine andere Meinung haben und diese auch äußern, ohne dass du dafür bestraft oder abgelehnt würdest. Dies wird aber nur dann von der jeweiligen Gruppe akzeptiert, wenn es dem Gruppenkodex entspricht. So mag dein Widerspruch zu einer im Unterricht geäußerten Aussage deines Lehrers deshalb akzeptiert werden, weil solches Auftreten in der Schule gewollt ist und es dem Bildungsauftrag entspricht, selbstbewusste Persönlichkeiten mit einer eigenen Meinung heranzuziehen. Jedoch lässt sich ein solches Verhalten in einer anderen Gruppe nicht ohne Weiteres wiederholen. So wird es ein Vorgesetzter beim Militär wohl kaum akzeptieren, wenn du in ähnlicher Manier über gegebene Befehle diskutieren wolltest. Wie dieses Beispiel zeigt, können verschiedene Gruppen bei gleichen oder ähnlichen Konstellationen von dir unterschiedliche Reaktionen abverlangen. Was passiert schlussendlich mit deinem Denken und Handeln, wenn du längere Zeit Mitglied einer bestimmten Gruppe bist? Du passt dich ihr an, um dazuzugehören. Das geschieht natürlich nur, wenn ihr in eurer Sichtweise nicht so weit auseinanderliegt. Wenn es keine gemeinsame Basis gibt, wirst du nicht zu der Gruppe gehören wollen, oder wenn du aus beruflichen oder sonstigen Gründen dazu gezwungen bist, wirst du ein Außenseiter bleiben, wer von den Anderen gemieden wird. Verstehst du nun, was mit den Rollen gemeint ist und wie sie entstehen?[2]

Da du jetzt vielleicht erkannt hast, dass du eine oder viele Rollen spielst, ist ein erster Schritt getan, um sich selbst zu erkennen. Überlege, ob du die Rolle so noch spielen kannst und dies möchtest, wenn du dich selbst nun mit anderen Augen siehst. Das Bewusstwerden der Rollenspiele versetzt dich in die Lage, dein Leben anders und vor allem bewusster zu leben. Sieh dein Lebensumfeld mit anderen Augen; du wirst erstaunt sein oder dich vielleicht sogar amüsieren, wie andere Menschen denken und handeln (müssen). Wenn du so weit im Denken bist, dann hast du die Fäden, an denen du wie eine Marionette hängst, erfolgreich zerschnitten.


[1] Ella Kensington: Die 7 Botschaften unserer Seele, 1. Auflage, Wilhelm Goldmann Verlag München, S. 50 – 55

[2]Ende des Abschnittes, auf welchen Bezug genommen wurde.


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