VERUSLUX – Der Lichtbringer

1. Februar 2007

VERUSLUX - BuchcoverIch habe mich dazu entschlossen …. ich werde ein Buch schreiben. Es heißt VERUSLUX – Der Lichtbringer. Das Konzept steht in meinem Kopf, der Prolog ist fertig. Es wird ein fiktiver Roman über „Gott und die Welt“. Ich denke, es wird für den Leser ein tiefgreifendes Buch. Es ist hierbei egal, ob es einen oder tausend oder zehntausend Leser findet. Derjenige, der es lesen wird, war dazu bestimmt, es zu lesen. Es kommt mir nicht auf’s Geldverdienen an, sondern nur darauf, dass ich mich selbst bestätigen kann, das ich es kann. Das Buch wird ein Konglomerat aus all dem Wissen und den Erkenntnissen was bzw. welche ich gewonnen habe. Zwar fiktiv aber durchaus mit einem Hang zum Realen. Ich kann das Konzept hier nicht noch näher erläutern … es gibt da zu viele Zeitgenossen, die einem anderen einfach dessen Ideen klauen und sie als eigene verkaufen. Ich habe lange mit mir gerungen, wie ich und ob ich das Buch schreiben sollte. Am Prolog, welchen ich mehr oder weniger ohne Konzept verfasste, habe ich 1 Jahr geschrieben. Für das gesamte Restwerk werde ich etwa ebenso lange brauchen. Man möge sich überraschen lassen.

Ich bin in der letzten Woche durch mehrere eindeutige Zeichen in meiner Absicht bestätigt worden. Ich werde dies später vielleicht einmal erläutern. Hinsichtlich der Begriffe Verus und Lux, mag man einstweilen zu einem Latein-Deutsch Wörterbuch greifen. Ein gut brauchbares Online-Wörterbuch findet sich hier bei cu-here.de. Einstweilen stelle ich den Prolog hiermit zum Lesen frei.

Prolog 

 

Die Castingassistentin nickte. Ja, so ist es gut! Mit einem koketten Lächeln und der Daumen-Hoch-Geste bedeutete sie dem Kandidaten, dass er jetzt die richtige Position eingenommen hatte. Der Kandidat saß auf einem einladenden weißen Designersessel. Vor ihm stand ein Stativ an welchem ein kleiner digitaler Sony-Camcorder befestigt war. Mehrere Studioscheinwerfer richteten ihr helles, schweißtreibendes Licht auf ihn. Die Mitglieder der Casting-Jury saßen im Nebenraum hinter einer Spiegelglasscheibe, von wo sie den Kandidaten unbemerkt beobachten konnten. Ein großer Plasmafernseher ergänzte die Ausstattung ihre Ausstattung.

Martin Resteiger war der Chef des Castings. Er hatte sich in der Branche einen Namen. Er war seit 25 Jahren in dem Geschäft. Abgesehen von wenigen Ausnahmen waren seine Fersehproduktionen sehr erfolgreich.  Er konnte sich den Sender aussuchen, welcher seine Produktion senden wollte. Geradezu legendär war seine Show Aktivity total. Diese Sendung, eine Mischung aus Quiz und interaktiver Game-Show mit hohem Körpereinsatz, hatten einige der damaligen Showkandidaten als Sprungbrett für eine TV-Karriere nutzen können. Resteiger war das, was ehrgeizige junge Frauen interessant fanden: ein gutaussehender, reicher Siegertyp. Er hatte einen durchtrainierten Körper ohne jeglichen Bauchansatz. Die leicht ergrauten Schläfen verliehen ihm einen Hauch von gesetzter Weisheit ohne dass sie ihn alt wirken ließen. Resteiger trug die Verantwortung für den Erfolg des Projektes und damit auch für den Erfolg seiner Firma. Das Projekt war mit enormem Aufwand beworben worden. Über den Sender ging immer wieder der Werbespot mit der Talentsuche für die neue tägliche Lifeshow. Das Echo auf diese Werbung war überwältigend. Mehr als dreitausend Bewerber hatten sich bei seiner Produktionsfirma Resteiger Entertainment Productions gemeldet. Seit zwei Tagen liefen nun die Kandidaten im Studio auf. Nachdem am Vortage bereits über 100 Bewerber vor die Kamera getreten waren, war die Aufnahmefähigkeit für die Mitglieder der Casting-Jury gegen Abend bei Null. Es war immer wieder derselbe Ablauf und keiner der Bewerber war wirklich überzeugend. Was da an Kandidaten auflief, war für die Jury vielfach eine Zumutung. Sie suchten Kandidaten die nicht völlig medienuntauglich wirkten und ein annehmbares Auftreten hatten. Die Wenigen, welche man vormerkte, wurden nach einem internen Votum der Jury von der Liste gestrichen. Am Ende des Tages war niemand in die engere Auswahl gekommen. Resteiger hatte das Gefühl, dass er nicht vorankam. Für den neuen Tag erwartete er bessere Kandidaten.

Der jetzige Kandidat hatte Glück, denn er war der Erste heute. Resteiger sprach in das vor ihm stehende Mikro: „Nun legen Sie los!“ Die Jurymitglieder sahen auf den Plasmabidschirm. Dort war ein schlanker Mann von Mitte 30 mit einem fein geschnittenen Gesicht zu erkennen. Er trug ein sandfarbenes Hemd und eine blaue Jeans. Resteiger spürte, dass dieser Kandidat anders war. Er ergänzte seine Aufforderung: „Sie wurden eingewiesen, dass es keine besonderen Regeln gibt. Wir wollen bloß etwas über Sie erfahren. Bleiben Sie ganz locker und erzählen Sie uns etwas über sich. Wir stellen Ihnen dann eventuell noch einige Fragen.“ Der Kandidat blickte in Richtung der Kamera und erwiderte:

„Okay kein Thema. Wie Sie wissen heiße ich Jan Federleitner und bin 36 Jahre alt. Ich bin Geschichtswissenschafter und arbeitete zur Zeit an meiner Dissertation. Meine weiteren Personalien und meinen Lebenslauf kennen Sie. Für meine Daten gibt es amtliche Ausweise und Zeugnisse. Was ich darüber hinaus sagen könnte, kann die Wahrheit oder das Blaue vom Himmel sein. Die Frage ist, ob Sie das ganze Geschwafel hören wollen, wie toll ich bin und wie toll ich als Typ in die Show passen würde. Aber ich denke, das ist es nicht. Sie suchen nämlich sehr außergewöhnliche Leute für ein besonderes Projekt. Es ist aber keinesfalls das, was Sie uns Kandidaten glauben machen wollen!“

Resteiger pustete in Mikro: „Stopp! Stopp!“

Er blickte ärgerlich in die Runde. „Wer zum Teufel hat dem Kerl etwas über das Projekt erzählt!?“

Die Anderen sahen sich verdutzt an. Einige zuckten mit den Schultern.

„Martin! …. Wer von uns sollte sich plötzlich bei Kandidat 172 verquatscht haben?! Alle bisherigen Kandidaten haben völlig normal im Sinne der Legende reagiert. Keiner der Kandidaten hat uns vor oder nach dem Casting gesehen oder mit uns gesprochen. Es ist alles so gelaufen, wie du es festgelegt hattest. Nr. 172 ist aber wirklich anders. Woher er seine Andeutungen nimmt, ist unklar. Ich glaube aber nicht, dass irgendeiner von uns gequatscht hat.“

Die Anderen nickten. Jenny Lenz hatte das Wort ergriffen. Resteiger kannte sie seit zwei Jahren. Damals gerade mit der Uni fertig, hatte sie mit etwas Glück den gutbezahlten Job als Produktionsassistentin in seiner Fernsehproduktionsfirma bekommen. Vor ihrer Anstellung orientierte sich ihre Kleidung noch am Retro-Hieppieleben einer ziemlich respektlosen aber durchaus anziehenden Studentin. Die blonden Haare waren damals noch lang und wild. Ihr Aussehen hatte sich verändert wie auch ihr Auftreten. Beides war jetzt professionell, sachlich, aber längst nicht frigide. Der körperbetonte Hosenanzug ließ atemberaubende Kurven erkennen. Die nunmehr halblange Frisur passte zu ihrem jetzigen Job und ihrem neuen Leben, was mit ihrer wilden Studentenzeit so gar nicht mehr vergleichbar war.

Resteiger fühlte sich seit jeher zu seiner attraktiven Assistentin hingezogen. Jenny hatte dies damals schnell bemerkt und es nach kurzer Zeit verstanden, geschickt ihren Einfluss bei ihm geltend zu machen. Viele seiner Entscheidungen hingen von ihrem vorherigen Votum ab. Dies war wieder eine dieser Situationen. Sie sagte: „Lass uns weitermachen. Wir überlegen später, wie wir damit umgehen.“ 

„Okey Jenny. Du hast wohl Recht. Ich war bloß überrascht.“
Er drückte den Knopf des Mikros und sagte: „Kandidat 172 bitte fahren Sie fort!“

Der Kandidat hatte sich zwischenzeitlich entspannt im Sessel des Aufnahmeraumes zurückgelehnt und ein leichtes – vielsagendes – Lächeln aufgelegt. Er wirkte dabei alles andere als schüchtern oder verlegen. Von der eingetretenen Pause offensichtlich völlig unbeeindruckt drehte er sich nach dem erneuten Aufruf in Richtung des Spiegels. Jenny hatte den Eindruck als könne er durch diesen hindurchsehen. Seine tiefblauen Augen trafen ihren Blick und sie wusste augenblicklich, dass er sie ansah obwohl dies gar nicht sein konnte.

Er sagte: „Ich wusste, dass Sie überrascht sind. Sie diskutierten gerade, ob mir jemand von Ihnen etwas über das Projekt verraten hat. Ich kann Ihnen versichern, dass ich von Ihnen nichts darüber erfahren habe. Ich weiß es eben, was es mit dem Projekt auf sich hat. Bitte nehmen Sie es so hin. Sie sind sechs Personen, die mich dort gerade hinter dem Spiegelglas beobachten wie die Schlange das Kaninchen. Drei von Ihnen sind Männer, die anderen drei Frauen. Der Mann, der mit mir über das Mikro kommuniziert, hat hier das sagen. Er kam heute fast zu spät zum Casting weil er mit seinem Auto eine Panne hatte.“ Er machte eine kurze Pause und setzte fort: „Es verwundert Sie jetzt wiederum, dass ich dies weiß. Sie werden mir sicher Recht geben wenn ich sage, dass ich diese Aussagen unter normalen Umständen nicht treffen können dürfte. Ich weiß, es wirkt für sie unheimlich. Ich weiß auch, dass sie mir gerade deshalb die Chance geben, bei dem Projekt mitzuwirken. Sie sollten nicht mehr lange überlegen. Ich versichere Ihnen, Sie werden es nicht bereuen!“

Resteiger war völlig verblüfft. Das ist völlig unmöglich. Dieser Kerl kann das alles nicht wissen. Keiner hatte bisher direkten Kontakt mit ihm und das Spiegelglas konnte man aus dem schalldichten Aufnahmeraum heraus nicht durchschauen. Das hatte er selbst kontrolliert. Die Verblüffung hatte sich auf seinem Gesicht ausgebreitet und war der vorherigen Verärgerung gewichen. Dieser Bursche war höchst ungewöhnlich und für Resteiger geradezu furchteinflößend. Er fühlte sich irgendwie nackt und durchsichtig. Von seiner Autopanne konnte der Kerl nichts erfahren haben. Er hatte es in letzter Minute zum Castingbeginn geschafft und Jenny unterwegs noch über Handy die Anweisung gegeben, dass sie schon beginnen sollten, falls er zu spät kommen würde. Sie konnte es also nur den anderen Jurymitgliedern erzählt haben, nicht aber dem Kandidaten. Wie konnte es also sein, dass der Bursche darüber Bescheid wusste? Jenny riss ihn aus seinen Gedanken:

„Sag mal Martin, wie kann er das wissen, keiner von uns hat ihm etwas über deine Panne gesagt, wir waren die ganze Zeit hier zusammen und warteten auf dich. Keiner von uns war bei ihm.“ Die anderen nickten.

Resteiger erwiderte: „Woher er das zum Teufel weiß, ist mir unbegreiflich! Völlig unklar, was er mit seiner Hellseherei bezwecken will. Ich werde diesen Spinner sofort rauszuschmeißen.“

Jenny widersprach:

„Nein Martin, das sollten wir nicht tun. Er hat mich neugierig gemacht. Er ist genau die Art von Kandidat, wie wir sie für das Projekt suchen. Ich denke, er ist unser erster ausgewählter Kandidat für die Show. Noch sechs Weitere von diesem Schlag und unsere Produktion wird der Renner.“

Die Anderen nickten. Resteiger zögerte. Vielleicht war er auch nur zu verblüfft um hier noch objektiv denken zu können. Er konnte sich der Meinung der Anderen nicht verschließen. Sie hatten eigentlich Recht, der Mann war genau das, was sie suchten. Er ließ sie abstimmen. „Also gut, wer derselben Meinung ist wie Jenny, der hebe jetzt die Hand.“ Alle hoben sie. Er selbst schloss sich an. Er drückte erneut den Knopf des Mikros und rief: „Kandidat 172, ich weiß nicht wie Sie das mit der Wahrsagerei gemacht haben, aber Sie haben uns neugierig gemacht. Sie sind dabei!“